Museum bietet Lehrern Geschichtsmappen an

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Ludwika Gulka-Höll möchte es den Lehrern, die mit Schülern das Museum besuchen, leichter machen.

Bergkamen - Geschichte erleben zu können, dieses Ziel hat sich das Stadtmuseum auf die Fahnen geschrieben. Museumspädagogische Angebote gibt es daher zu allen Ausstellungsschwerpunkten, von den Römern über die Steinzeit bis zum Bergbau. Jetzt sind Museumspädagogin Ludwika Gulka-Höll und Museumsleiter Mark Schrader aber noch einen Schritt weitergegangen: Gemeinsam mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der dortigen Forschungsgruppe von Thomas Must wurde eine Lehrermappe entwickelt.

So soll das Museum zu einem außerschulischen Lernort werden können. „Es ist unser Ziel, dass Schulklassen nicht nur einen schönen Tag bei uns verbringen können, sondern über die regionalen Bezüge auch etwas lernen“, erklärt Ludwika Gulka-Höll. „Pädagogische Handreichung für Lehrer/innen der Grundschulen und Sekundarstufen“, ist der durchaus sperrige Name des 35 Din-A4-Seiten umfassenden Werkes, das kurz vor den Sommerferien an erste Schulen ausgegeben wurde und so im kommenden Schuljahr getestet werden kann. Die Idee dahinter ist aber relativ simpel: Beantwortet wird nämlich die Frage, wie ein Besuch im Museum optimal in den regulären Unterricht eingebettet werden kann, so dass er sowohl zur Einführung als auch Wiederholung oder gar Vertiefung der im Unterricht behandelten Thematik dienen kann.

Nachbereitung des Unterrichts 

Ob das Leben der Römer, die Stadtgeschichte oder der Bergbau: Zu jedem Thema haben die Studenten gemeinsam mit den Museumsmitarbeitern Vorschläge erarbeitet, die Lehrer nutzen können. Auf den ersten Blick wird deutlich, welche Zielgruppen angesprochen werden könnten, und das reicht von Klasse fünf und sechs bis zur Oberstufe. Die vorhandenen museumspädagogischen Programme werden kurz angerissen und vorgestellt. Gleichzeitig gibt es Anregungen für den Unterricht: Durch Rätsel oder zu beantwortenden Fragen gibt es Aufgabenvorschläge zur Vor- oder Nachbereitung. Da sollen Bilder von Römern verglichen, Wörter im Buchstabensalat entdeckt, Kreuzworträtsel gelöst oder Lückentexte gefüllt werden. 

Lebenswelt der Schüler einbinden 

„Wir wollen es den Lehrern leichter machen“, sagt Gulka-Höll, denn nicht jeder kenne alle Möglichkeiten. „Wir wollen uns dem Unterricht annähern und den Lehrern zeigen, wo wir ihnen als Museum helfen können.“ Denn die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in den laufenden Unterricht mit einzubinden, gehört zu den wichtigsten Lehr- und Lernkonzepten der Didaktik, der Lehre von der Lehre. Deshalb war das Projekt auch für die Studenten besonders spannend. Sie konnten Unterrichtsmaterialien entwickeln, die den Spaß-Faktor beim Schüler in den Vordergrund stellten, aber gleichzeitig eine Brücke zur Schule schlagen und neue Unterrichtsmethoden entwickeln. Das Ergebnis kann sich schon jetzt sehen lassen, dabei wird die Handreichung noch erweitert und ergänzt werden. Im Museum ist man auf die ersten Rückmeldungen aus der Lehrerschaft, die das Heft gegen eine Schutzgebühr von drei Euro kaufen kann, gespannt. „Wir sind längst nicht fertig und für alle Anregungen dankbar“, sagt Gulka-Höll. Doch zumindest der erste Schritt ist getan. Und der ist meist der schwerste.

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