Kita-Öffnung: In Rünthe klappt es auch mit den strengen Auflagen

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Ganz herzlich Willkommen hießen Katrin Bode und die Erzieherinnen der Montessori-Kita ihre Kinder. Zu ihren Gruppen musste diese aber dann durch verschiedene Eingänge.

Bergkamen - Mit Spannung war die Wiedereröffnung der Kitas für alle Kinder in dieser Woche erwartet, ja herbeigesehnt worden. So liefen die ersten drei Tage in der Montessori-Kita in Rünthe.

Zwerge marschieren nach links, Frösche hüpfen nach rechts und die Pinguine dürfen geradeaus watscheln: Im Katholischen Kindergarten Montessori haben die Türen seit Montag wieder für alle Kinder geöffnet – und in Rünthe gibt es für alle drei Gruppen verschiedene Eingänge. „Die Kinder haben sich unheimlich gefreut. Sie sind froh, ihre Spielpartner wieder zu haben“, berichtete Katrin Bode, die stellvertretende Leiterin der Kita, vom Wiedersehen.

Nach Wochen des Corona-Lockdowns mit maximal einer Notbetreuung sowie den Erweiterungen um die besonders zu fördernden Kinder und die Vorschulkinder in den vergangenen 14 Tagen hieß die Montessori-Kita an der Overberger Straße nun wieder alle 66 Zwei- bis Sechsjährigen willkommen. „Alles wird gut“, stand auf der Haupteingangstür – und so war auch die Bilanz, die Bode am Mittwochnachmittag nach den ersten drei Tagen zog.

Klappt alles?

Durchaus aufgeregt war das Erzieherteam um Leiterin Christiane Dudzik, bevor es am Montag losging. „Wie wird es? Klappt alles mit der Vorbereitung?“ Diese Fragen geisterten Bode und ihren Kolleginnen im Kopf herum. Schließlich galt es viele Regeln und Vorgaben zu beachten.

Mit „ganz anderen Ritualen“, so Bode, und unter strengen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen startete der vollständige Kita-Betrieb wieder. Im Vorfeld hatten die Erzieherinnen viel mit den Eltern kommuniziert, damit diese die neuen Abläufe kennen.

Die Einrichtung dürfen Papa und Mama nämlich vorerst nicht mehr betreten. Zu festen Bring- und Abholzeiten werden die Kinder mit Mundschutz bei den Erwachsenen übergeben, damit sich die verschiedenen Gruppen nicht begegnen. Zusätzlich zu den Vorabinformationen zeigen Wegweiser den richtigen Weg an. Die Kleinen legen zuerst ihre Straßenkleidung ab, waschen und desinfizieren sich dann die Hände und gehen in ihre Gruppen. Der Montessori-Kindergarten kann drei verschiedene Eingänge nutzen. „Das hat bestimmt nicht jede Einrichtung“, weiß Bode.

Ständig desinfizieren

Drinnen gehen die Vorsichtsmaßnahmen weiter. Während die Frösche im Anbau einen eigenen Waschraum haben, müssen sich die anderen beiden Gruppen einen teilen – und die Erzieherinnen darauf achten, dass die Kinder sich nicht durchmischen. Das Essen wird nun einzeln auf jeden Teller aufgegeben, statt wie vorher am Tisch von jedem aus einer Schüssel genommen zu werden. Dazwischen muss ständig desinfiziert werden, zum Beispiel, wenn jemand niest.

 Auch aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen vorher genau überlegt, welche Spielsachen und Materialen besser nicht herausgegeben werden. Kleinere Kinder nehmen zudem noch gerne Sachen in den Mund. Die Erzieherinnen müssen immer wieder auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten. „Die Kinder wurden von den Eltern gut über alles aufgeklärt. Und sie sehen ja auch, wenn sie ankommen, jeder trägt hier Masken“, lobt Bode: „Erinnern muss man trotzdem.“

Abstand halten - bis ein Kind weint

Grundsätzlich wären die Jungen und Mädchen aber gut mit der neuen Situation umgegangen. Hin und wieder habe es gerade zu Beginn geholfen, die Masken kurz runterzunehmen, damit ein Kind nach den vielen Wochen Pause das ganze Gesicht wieder sieht und leichter zuordnen kann.

Als ein schrittweit Normalität bezeichnet Bode die aktuelle Situation. „Wie weit wir entfernt sind, kann ich aber nicht sagen.“ Mit Ausnahme des stetigen Desinfizierens sei aber vieles ähnlich. Probleme bereite es, die Abstandsregeln ständig einzuhalten. „Wir versuchen das, aber es ist nicht möglich“, nennt Bode das Beispiel eines weinenden Kindes.

Bei Symptomen geht es gleich nach Hause

Der Montessori-Kita hilft, dass derzeit alle sieben Fachkräfte (plus eine Ergänzung) im Einsatz sind. Andere Einrichtungen haben mit Personalausfall zu kämpfen, weil die Mitarbeiter als zur Risikogruppe gehörend nicht eingesetzt werden dürfen. Generell gilt, wer Symptome aufweist, muss die Kita sofort verlassen, so er nicht eh schon zuhause geblieben ist. Erbrechen und Durchfall waren schon vorher ein Fall für den Elternanruf, jetzt horchen die Erzieherinnen auch bei vermehrtem Husten, erhöhter Temperatur oder dem Eindruck, dass ein Kind schlapp wirkt, besonders auf. Die Verantwortlichen müssen dabei aber natürlich abschätzen, das Bauchgefühl sei laut Bode wichtig: „Wir sind keine Ärzte.“

"Ein geregelter Tagesablauf tut jedem Menschen gut“

Trotz aller Einschränkungen findet es die Stellvertretende Leitung gut, dass die Kinder vor den Ferien wiedergekommen sind. „Für Eltern, Kinder und Erzieherinnen war das wichtig. Ein geregelter Tagesablauf tut jedem Menschen gut.“ Das gilt auch für Bode und ihre Kolleginnen. Zu Anfang des Notfallbetriebs waren nur vier Kinder in der Einrichtung. „Das war schon seltsam.“ Nach den weiteren Lockerungen waren im Schnitt 15 „Gäste“ da. Auf die Rückkehr in den „geregelten Normalbetrieb“ hätten sich deshalb alle gefreut. „Wir haben uns unseren Beruf nicht umsonst ausgesucht. Wir stehen dahinter und wollen wieder die Rolle des Wegbegleiters ausfüllen.“

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