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Poco reagiert auf Energiekrise: Großteil der Märkte schließt nun früher

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Von: Jürgen Menke

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Der Markt an der Industriestraße in Rünthe schließt 30 Minuten früher als bislang.
Der Markt an der Industriestraße in Rünthe schließt 30 Minuten früher als bislang. © Bodo Brauer

Die Möbelkette Poco reagiert auf die Energiekrise: Ein Großteil der Einrichtungsmärkte schließt nun früher. Auch das Haus in Bergkamen-Rünthe.

Bergkamen – Die Möbelhauskette Poco schließt rund zwei Drittel ihrer 126 Einrichtungsmärkte in Deutschland früher. Damit reagiert das Unternehmen auf die Energiekrise und die hohen Energiepreise. Auch das Haus am Stammsitz in Bergkamen-Rünthe ist betroffen. Dort wurde bis dato bis um 19.30 Uhr verkauft. Neuer Ladenschluss ist um 19 Uhr. An anderen Standorten haben die Kunden teils eine ganze Stunde weniger Zeit zum Einkauf als bislang.

Poco reagiert auf Energiekrise: Großteil der Märkte schließt nun früher

Mit dem Schritt könne bereits jede Menge Energie gespart werden, wird Volker Matzke, Vertriebsgeschäftsführer Süd bei Poco, in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. „Die Öffnungszeiten wurden bei den Märkten gekürzt, bei denen wir dadurch keine starken Umsatzeinbußen befürchten müssen.“ Derweil wollen Supermärkte und Discounter vorerst nicht an ihren Öffnungszeiten rütteln.

Auch abseits der Verkaufsfläche sollen die Lichter nun eher ausgehen: Die Außenbeleuchtung bleibt nicht wie gewohnt bis 22 oder 23 Uhr an, sondern erlischt bereits eine halbe Stunde nach Ladenschluss. Auch die rund 8000 Mitarbeitenden sollen für das Thema Energiesparen sensibilisiert werden, etwa mit Plakate mit Aufschriften wie „Türen und Fenster schließen“ oder „Licht aus“. In den Möbelmärkten werde zudem nur noch auf etwa 20 Grad geheizt, heißt es.

Poco reagiert auf Energiekrise: Umrüstung auf LED

Neben den Maßnahmen, die angesichts der aktuellen Krise getroffen wurden, will Poco das Thema Energieeinsparung auch auf lange Sicht forcieren. „Wir arbeiten gerade daran, komplett auf LED umzurüsten“, sagt Thomas Kurz, Vertriebsgeschäftsführer Nord. „Außerdem wollen wir Fotovoltaikanlagen auf einigen unserer Häuser anbringen – insbesondere bei unseren Eigentums-, aber wenn möglich auch bei Mietobjekten.“ Der Poco-Markt in Mainz sei der erste Standort, der mit einer PV-Anlage ausgestattet wurde.

Wie viele Kilowattstunden Strom oder auch Heizgas durch die genannten Maßnahmen eingespart werden können, konnte Poco auf Nachfrage nicht mitteilen. Angesichts der Größe der Märkte und vergleichsweise weniger Fenster in Möbelhäusern durften es aber eine ganze Menge sein. Das neue Poco-Logistikzentrum in Bönen ist nicht dem Vernehmen nach nicht von kürzeren Betriebszeiten betroffen.

Poco ist nach eigenen Angaben größter deutscher Discount-Anbieter rund ums Einrichten und Renovieren. In den einzelnen Häusern werden demnach mehr als 12.000 Artikel angeboten – mit einem Sortiment von Möbeln, Küchen, Teppichen und Bodenbelägen bis hin zu Haushaltswaren, Heimtextilien, Tapeten sowie Elektro- und Geschenkartikeln. Aber nicht nur für Unternehmen stellt sich nun die Frage, wie man Energie sparen kann. Auch für Privathaushalte. Einige Menschen stellen sich sogar schon die Frage, ob sie in diesem Jahr auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten sollen.

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