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Mit Essen von der Konkurrenz bei McDonalds: Nachspiel für Mann aus Bergkamen

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Von: Sylvia Mönnig

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Beste Dönertasche in Hamm gesucht. Umfrage auf WA.de. Symbolbild dpa
Mit einem Döner soll sich der Mann aus Bergkamen in ein McDonalds-Restausrant gesetzt haben. © Peter Steffen / dpa

Er wollte sich nicht registrieren, beleidigte einen Mitarbeiter und hatte auch noch Essen von der Konkurrenz dabei. Ein Mann aus Bergkamen ist in einem McDonalds-Restaurant sehr negativ aufgefallen.

Bergkamen/Unna/Holzwickede - In einem Fastfood-Restaurant in Holzwickede wurde ein Bergkamener in jeder Hinsicht zum ungebetenen Gast: Der 27-Jährige hatte fremdes Essen dabei, ließ sich nicht registrieren und beleidigte einen Mitarbeiter. Das hatte jetzt ein juristisches Nachspiel.

Am Ende schieden sich die Geister, als es um die Frage ging, ob es sich um einen Döner-Teller oder um chinesisches Essen handelte. Fakt ist, der 27-Jährige und ein Begleiter saßen am späten Mittag des 30. Mai im Außenbereich des Schnellimbisses und speisten genüsslich. Und Fakt ist auch, dass sie sich mit Blick auf Corona hätten registrieren lassen müssen. Ein Angestellter sprach sie an und bekam daraufhin von dem Bergkamener den Mittelfinger zu sehen.

Mittelfinger und Peace-Zeichen

Wegen Beleidigung musste sich der 27-Jährige nun vor dem Unnaer Amtsgericht verantworten. Er, der gebürtig aus Polen stammt, ließ seinen Anwalt für sich sprechen. Dieser gab in seinem Namen zu, das fremde Essen mitgebracht und verzehrt zu haben. Dem Angestellten hätten sie gesagt, dass sie in fünf Minuten gehen würden. Aber den Mittelfinger habe er dem Mann nicht gezeigt. Warum der so etwas behaupte, wisse er nicht. Vielmehr sei er regelrecht überrascht von dem Vorwurf. Überdies, so erklärte der Verteidiger, sei die in Deutschland strafbare Geste in Polen gar nicht bekannt. Auch verwies er auf die Sprachprobleme seines Mandanten, der vielleicht nicht alles verstanden habe.

Der Mitarbeiter des Fastfood-Restaurants wurde in den Zeugenstand gerufen. Er gab an, auf die beiden Männer hingewiesen worden zu sein. Das Duo habe sich nicht registrieren lassen wollen. Er habe ihnen fünf Minuten Zeit gegeben und angekündigt, ansonsten die Polizei zu rufen. Der Angeklagte habe ihm das Peace-Zeichen und den Mittelfinger präsentiert. „Die Aktion war, auf gut Deutsch gesagt, asozial.“ Schließlich könnten sie doch auch nichts für die Verordnungen und hätten im Falle einer Kontrolle auch noch Ärger bekommen. Von der Geste habe er sich noch nicht einmal so beleidigt gefühlt. Vielmehr habe er das Ganze als sehr frech empfunden.

Angeklagter gesteht doch noch

Der Umstand, dass sich der Zeuge nicht allzu beleidigt fühlte und ein leeres Strafregister ließen den Richter eingreifen. Er regte eine Verfahrenseinstellung an. Allerdings solle der Angeklagte seine Einlassung dafür vielleicht noch einmal überdenken. Nach einer kurzen Beratung erklärte der Anwalt, dass es sein könne, dass sein Mandant die Geste doch gezeigt habe. Nach der Offenbarung wurde das Verfahren eingestellt, gegen 300 Euro Geldbuße zugunsten des Ambulanten Kinderhospizdienstes.

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