Missbrauchsprozess: Verteidiger sieht Angeklagten als Opfer einer Intrige

Bergkamen/Bönen - Im Missbrauchsprozess um einen 51-jährigen Bergkamener hat das Dortmunder Schwurgericht weitere Verhandlungstage bis Ende Januar festgelegt

Auf Antrag von Verteidiger Manfred Heinz werden zwei leibliche Kinder des Angeklagten als Zeugen gehört, die seit etlichen Jahren im Ausland leben. 

Sie wohnten damals mit in dem Haushalt der Ex-Frau des Angeklagten und deren beiden Töchtern und können nach Überzeugung der Verteidigung viel zur Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe beitragen. 

Angeklagter soll in der Familie "verhasst" sein

Es sei nämlich bekannt, dass der 51-jährige in der großen Familie „ausgesprochen verhasst“ sei. Vor mehr als zehn Jahren habe er in Form einer Selbstanzeige sich und seine damalige Frau wegen einer Reihe von gemeinsam verübten Diebstählen angezeigt. Beide Eheleute wurden daraufhin zu Bewährungsstrafen verurteilt. 

Aus Sicht der Verteidigung könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass der angebliche Sextäter das unschuldige Opfer einer familiären Intrige geworden sei. Der Angeklagte, der jahrelang die beiden zunächst ungefähr neun und zwölf Jahre alten Mädchen missbraucht haben soll, schweigt bislang zu den Tatvorwürfen. 

Über den Antrag, die Aussagen der beiden Belastungszeuginnen durch einen Gutachter auf ihre Glaubwürdigkeit untersuchen zu lassen, hat das Gericht bislang noch nicht entschieden.

Die Berichte über die ersten Prozesstage finden Sie hier:

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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