Missbrauch an Stieftöchtern: Prozess gegen Bergkamener vor Abschluss

Sexueller Kindesmissbrauch
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Sexueller Kindesmissbrauch

Bergkamen/Dortmund – Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung zweier Mädchen durch ihren Stiefvater naht das Ende des mehrmonatigen Prozesses. Vor der zuständigen Jugendschutzkammer des Dortmunder Landgerichts werden keine weiteren Zeugen gehört.

Auch der Antrag von Verteidiger Manfred Heinz, die beiden längst erwachsenen Belastungszeuginnen auf ihre Glaubwürdigkeit psychologisch untersuchen zu lassen, wurde vom Gericht abgelehnt. Das in der Befragung von Zeugen seit vielen Jahren erfahrene Gericht verwies auf die „ausreichende eigene Sachkunde“ bei der Bewertung, ob Angaben von Zeuginnen und Zeugen wahr oder gelogen sind. 

Die heute rund 30 alten Schwestern hatten angegeben, von Ende 1997 bis Mai 2004 von dem damaligen Ehemann ihrer Mutter missbraucht und vergewaltigt worden zu sein. 

Erster Übergriff bereits verjährt

Als Zeuginnen hatten sie teilweise unter Tränen den mittlerweile 51-jährigen Bergkamener massiv mit ihren Ausführungen zu den angeklagten sexuellen Übergriffen belastet. Die beiden Kinder waren zu Beginn der behaupteten Übergriffe etwa neun bis zehn Jahre alt und gingen erst vor zwei Jahren zu Polizei, um Anzeige gegen ihren angeblichen Peiniger zu erstatten. Angesichts des langen Zeitraums erklärten die Richter, dass im Falle einer Verurteilung der behauptete erste sexuelle Übergriff mittlerweile verjährt sei. 

Nach der Planung des Gerichts sollen am 23. April die Schlussvorträge gehalten und das Urteil an einem separaten Folgetag gesprochen werden. Der Angeklagte selbst beteuert seine Unschuld und sieht sich als Opfer einer Intrige von Verwandte.

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