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Missbrauch einer Minderjährigen:  Bergkamener (72) vor Gericht

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Von: Jürgen Klammer

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© dpa-avis

Unna/Bergkamen - Ein 72-Jähriger aus Bergkamen musste sich vor dem Amtsgericht Unna wegen sexuellen Missbrauchs einer minderjährigen Bergkamenerin verantworten.

Das Gericht entschied, unter anderem wegen seines umfassenden Geständnisses und weil er so der Geschädigten eine Aussage vor Gericht ersparte, auf einen minderschweren Fall. Der Bergkamener erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr, die auf Bewährung ausgesetzt wurde.

Im Jahr 2016 lernte der Angeklagte die Geschädigte (zum Tatzeitpunkt Minderjährige) über eine Freundin des Mädchens kennen. Zunächst half er dem lernbehinderten jungen Mädchen, die zudem auch noch unter psychischen Einschränkungen leidet, bei Lernübungen für ihren Sport, ging auch öfter mit ihr und einem Hund spazieren. 

Eltern missfiel der Kontakt ihrer Tochter zum Angeklagten bereits früh

Das missfiel den Eltern der Geschädigten zu diesem Zeitpunkt schon. Sie bewirkten daher im Juli 2016 beim Amtsgericht Kamen einen Annäherungsbeschluss gegen den Angeklagten, er durfte sich dem Mädchen nicht mehr nähern.

Allerdings hielt sich der Mann in einem Fall nicht an diesen Beschluss. Am 30. November 2017 traf der Angeklagte die Geschädigte an ihrer Schule in Bergkamen. Er forderte sie auf, ihn in den Keller in der Schule zu begleiten. Dort rauchte man gemeinsam zunächst eine Zigarette.

Angeklagter berührte den Busen des Mädchens im Keller

Danach habe ihr der Angeklagte plötzlich ihre Jacke geöffnet und ihren Busen berührt. Auch im Genitalbereich berührte er das Mädchen, allerdings oberhalb der Bekleidung. Wie ihr später ein psychiatrischer Gutachter bestätigte, war die Geschädigte nicht in der Lage, sich dieses Übergriffs verbal oder körperlich zu wehren.

Bei der Verhandlung zeigte sich der Angeklagte in vollem Umfang geständig, sorgte durch dieses Geständnis auch dafür, dass die junge Frau nicht im Zeugenstand aussagen musste. Beides wurde strafmildernd gewertet. 

Nach dieser Tat kam es nie wieder zu einem Kontakt zwischen der Klägerin und dem Angeklagten, wie auch die Rechtsanwältin der Frau bestätigte. Zusätzlich muss der Verurteilte 600 Euro in Raten an eine soziale Einrichtung zahlen. Ausgesetzt ist die Strafe auf eine zweijährige Bewährungszeit.

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