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Millionen Corona-Tote weltweit: Bergkamens Bürger setzen Zeichen der Solidarität

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Von: Klaus-Dieter Hoffmann

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Im Gedenken an die vielen Pandemie-Toten sprachen sich die Redner für Meinungsfreiheit aus, aber kritisierten auch die Vereinnahmung der Corona-Kritik durch Rechtsradikale.
Im Gedenken an die vielen Pandemie-Toten sprachen sich die Redner für Meinungsfreiheit aus, aber kritisierten auch die Vereinnahmung der Corona-Kritik durch Rechtsradikale. © Hoffmann

Ein starkes Zeichen der Solidarität setzten am Sonntagnachmittag zahlreiche Bergkamener Bürgerinnen und Bürger, die dem Aufruf des Arbeitskreises Demokratie zu einer Kundgebung auf dem Rathausplatz gefolgt waren. Dort wurde den Opfern der Corona-Pandemie gedacht.

Bergkamen – Um sich das Ausmaß und die menschlichen Tragödien vorstellen zu können, zählte Manuela Veit vom Arbeitskreis die Zahl der Todesopfer auf: „Weltweit sind es bis heute über 5,6 Millionen, deutschlandweit fast 118.000, im Kreis Unna 572 und allein in Bergkamen 54 – eine erschreckende Zahl.“

„Streit gehört zur Demokratie“

Pfarrerin Petra Buschmann-Simons von der Martin-Luther-Kirchengemeinde berichtete von ihren täglichen Erfahrungen: „Überall ist Corona Gesprächsstoff. Es gibt verschiedene Meinungen. Diese untereinander auszuhandeln, ist nicht immer einfach. Doch auch das gehört zur Demokratie, dass man darüber streitet, was ist gut, was hilft weiter und was nicht.“

„Jugendliche verunsichert“

Noch viel schlimmer sei es aber, dass es viele Risse durch die Gesellschaft und sogar durch die Familien gebe. „Ich kenne Eltern, die ihren Kindern verbieten zu kommen, weil die Eltern sich nicht impfen lassen wollen.“ Die Jugendlichen seien verunsichert über die Vorbilder, die ihnen gegeben würden. Aber auch sie seien in Sorge um ihre Eltern und Großeltern. „Es ist gut, darüber zu reden. Lasst es uns tun, aber in Frieden und mit Respekt vor dem anderen.“

„Impfen heißt Verantwortung“

Kai Schulte appellierte als stellvertretender Bürgermeister ebenfalls an die Solidarität und Menschlichkeit, die aber von vielen bereits vorbildlich gelebt werde. „Wir alle haben ja Verantwortung bewiesen, als wir uns haben impfen lassen – um andere, aber auch uns selbst, zu schützen und um die Gesellschaft vor Schaden zu bewahren.“

„Wir werden nicht aufgeben“

Schulte dankte zudem allen Anwesenden dafür, dass sie auch gekommen seien, um ein Zeichen gegen diejenigen zu setzen, die die Pandemie für ihre unmenschlichen Zwecke missbrauchen wollten. „Wir werden nicht aufgeben“, so sein entschlossener Appell. „Wir werden mahnen, erinnern und wir werden verhindern.“

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