50 Vorfälle vor Gericht

Stiefkinder missbraucht, vergewaltigt, bedroht: Massive Vorwürfe gegen Mann aus Bergkamen

Jahrelang soll er die beiden Mädchen gepeinigt haben: Über 50 Mal soll ein Mann aus Bergkamen seine Stieftöchter missbraucht, vergewaltigt und bedroht haben. Sie konnten erst über 20 Jahre nach der ersten Tat über die Vorfälle sprechen. Jetzt kommt der Fall vor Gericht.

Bergkamen - Mehr als zwanzig Jahre nach dem Beginn einer mutmaßlichen Missbrauchsserie an zwei kleinen Schwestern steht ab kommender Woche, 10. Oktober ab 9.15 Uhr, ein mittlerweile 50-jähriger Bergkamener als Angeklagter vor der Jugendschutzkammer des Dortmunder Landgerichts. 

Die Vorwürfe gegen den Mann sind massiv: Zwischen 1997 und Ende Mai 2004 soll er schätzungsweise rund 50 Mal die beiden damals neun bis zehn Jahre alten Töchter seiner damaligen Lebensgefährtin missbraucht, vergewaltigt und bedroht haben. Mit der Drohung, beim Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe die gesamte Familie auszulöschen, soll der mutmaßliche Peiniger sich die beiden völlig eingeschüchterten Mädchen gefügig gemacht haben. 

Betroffene sprachen erst vor wenigen Monaten über die Vorfälle

Der Druck war offenbar so übermächtig, dass die beiden mittlerweile erwachsenen Frauen sich erst vor wenigen Monaten gegenseitig von den erlebten Gewalterfahrungen berichtet haben. Eines der mutmaßlichen Opfer, das laut Anklage besonders extrem unter den psychischen Folgen der massiven sexuellen Übergriffe gelitten hat, erstattete Strafanzeige gegen den früheren langjährigen Lebensgefährten der Mutter und brachte damit die Ermittlungen ins Rollen. 

Ob der Bergkamener sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern wird, diese eventuell auch einräumt, wird der erste Verhandlungstag zeigen. Sollte er seine Unschuld beteuern, müsste das Gericht ausgiebig die beiden mutmaßlichen Opfer befragen und eventuell sogar noch ein psychologisches Gutachten zur Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen in Auftrag geben. 

Für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel: „Wenn sich in der Beweisaufnahme sämtliche Vorwürfe als wahr bestätigen sollten, muss der Angeklagte mit einer sicherlich mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen“ erläuterte Gerichtssprecher Dr. Thomas Jungkamp auf Anfrage des WA.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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