In Bergkamener City

Mann steckt sich auf der Straße Pistole in den Mund - "Vielleicht wollte ich..."

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Eine Pistole hat sich ein Mann in Bergkamen in den Mund gesteckt. Vor Gericht fand er dafür allerlei Erklärungen.

Mitten auf der Ebertstraße in Bergkamen steckt sich ein Mann den Lauf einer Pistole in den Mund. Will sich der dreifache Familienvater auf offener Straße umbringen?

  • 44-Jähriger Mann zieht in Bergkamen auf der Straße plötzlich eine Waffe
  • 16-jährige Zeuge geriet beim Anblick der Pistole in Panik
  • Vor Gericht findet er viele Erklärungen für seine Tat

Die Atmosphäre in Bergkamen ist angespannt. Niemand weiß, was passieren wird. Die alarmierte Polizei bringt die Situation schließlich unter Kontrolle, nimmt den Mann mit. Was wie die Szene aus einem Film klingt, hat sich am 11. September vergangenen Jahres tatsächlich so ereignet. Jetzt bekam der 44-Jährige die Quittung für sein Verhalten.

700 Euro Geldstrafe wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz lautete das Urteil im Amtsgericht Kamen. Der Angeklagte gab sofort zu, am Tattag mit der Schreckschusspistole in Bergkamen unterwegs gewesen zu sein.

Nachdem er vor einiger Zeit aus dem Fenster gestürzt war und sich dabei zahlreiche Brüche zugezogen hatte, ging es mit seinem Leben bergab. Er wurde arbeitslos, leidet unter seiner dominanten Frau. Am 11. September hatte er Alkohol getrunken. Knapp zwei Promille ergab ein Test.

Mit Pistole durch Bergkamen: Zeugin hatte Angst

„Vielleicht wollte ich Aufmerksamkeit. Ich weiß nicht, ob ich zu viele Filme gesehen habe“, versuchte der 44-Jährige sein Verhalten zu erklären. Bevor er die Ebertstraße erreicht hatte, war der Angeklagte vor dem Rathaus in Bergkamen umher gelaufen. Eine 16-Jährige entdeckte die Pistole unter der Jacke des Mannes und geriet in Panik. „Auf einmal hat sie gesagt ‚lauf Mama, der hat eine Waffe‘“, erinnerte sich eine 49-Jährige im Zeugenstand an den Tattag. Sie hätten sehr viel Angst gehabt.

Der Angeklagte erklärte, nicht gewusst zu haben, dass er für die Pistole einen Waffenschein brauchte. Er hatte sie einem Kumpel abgekauft. Umbringen habe er sich aber nicht wollen. Gleich mehrmals entschuldigte sich der Mann türkischer Abstammung bei der Zeugin, küsste sogar die Hand ihres Mannes.

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