Komplizierter Fall

Maschinengewehre aus aller Welt: Bergkamener hamstert Waffen zuhause

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Symbolbild

Waffen aus allen möglichen Ländern und Jahrzehnten hat ein Bergkamener in seiner Wohnung gelagert. Die reiche Ausbeute stellt das Waffengesetz vor eine Herausforderung.

Bergkamen - Maschinengewehre aus Japan, der Tschechei und Finnland, teilweise von 1937, Bauteile für russische Gewehre, ein Mündungsfeuerdämpfer, Sturmgewehre: Es war eine wahrlich umfangreiche Sammlung, die Ermittler im Sommer 2017 in der Wohnung eines Bergkameners sicher stellte. 

Sämtliche Teile waren von ehemals Vollautomatik auf Halbautomatik umgebaut und nicht mehr gebrauchsfähig gemacht worden. Dennoch musste sich der Besitzer im Schöffengericht des Amtsgerichts Unna wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Denn: Das Unscharfmachen muss streng nach gewissen Richtlinien vorgenommen werden. 

Herausforderung für das Waffengesetz

An dieser Stelle stand das Gericht vor einer echten Herausforderung. Da sich das Waffengesetz und damit auch die Richtlinien immer wieder ändern, galt es, herauszufinden, wann der Angeklagte welche Waffe erworben hatte. Aber sowohl das, als auch die Frage, ob der Bergkamener die Gewehre selbst verändert hatte, konnten nicht geklärt werden. 

Nach einem einstündigen Rechtsgespräch unter Hinzuziehung eines Sachverständigengutachters stellte das Gericht das Verfahren gegen den 56-Jährigen vorläufig ein. Da er so oder so gegen das Waffengesetz verstoßen hatte, muss der Mann, der sich bislang strafrechtlich nichts hatte zu Schulden kommen lassen, als Auflage für eine endgültige Einstellung 1800 Euro zahlen.

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