Auch in der städtischen Kindertageseinrichtung Mikado herrscht derzeit das Fußballfieber

Aus Mäusen und Igeln werden Götze und Müller

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Mit großer Begeisterung eifern die jungen Kicker in der Kindertagesstätte Mikado den großen Vorbildern nach.

Bergkamen  - Fußballfieber herrscht derzeit in der städtischen Kindertageseinrichtung Mikado. Nicht nur, dass alle Kinder über die Ergebnisse der Europa-Meisterschaft diskutieren und eifrig ihr eigenes Wissen über Spieler und Taktik teilen, sie schlüpfen auch selbst in die Rollen von Ronaldo, Bonucci, Thiago, Götze, Müller und Co. Aus den Mäusen, Bären, Igeln, Maulwürfen und Raben wurden die Fußball-Mannschaften Deutschland, Italien, Spanien, Türkei und Portugal – und die spielen ihre ganz eigene Europameisterschaft.

„Wir haben gelost, welche Gruppe welches Land darstellt“, erklärt Einrichtungsleiterin Martina Müller. Und es stand schnell fest, wer zum zehnköpfigen Team zählen und wer lieber für das Anfeuern zuständig sein sollte. „Ich gucke lieber zu. Ich wollte nicht schwitzen“, erklärt die fünfjährige Lia, warum sie am Feldrand steht. Auch der vierjährige Elias guckt lieber zu. „Das mach ich auch mit Papa am Fernseher“, gibt er bereitwillig Auskunft.

Ganz anders sieht es der sechsjährige Phillip, der für die Türkei aufläuft: „Fußballspielen ist immer gut“, sagt er und auch Kimberly läuft begeistert im Deutschlandtrikot herum. „Fußball macht Spaß“, sagt die Fünfjährige, die zuhause eifrig mit ihrer Schwester das Dribbeln übt. Von der echten EM bekommt sie nur wenig mit: „Abends guck ich nicht“, versichert sie ernsthaft, nur das eine oder andere Spiel am Nachmittag hat sie mitbekommen.

20 Spiele müssen die Kids in ihrer Vorrunde hinter sich bringen, denn da spielt jeder gegen jeden. Seit einer Woche wird deshalb im Kindergarten gekickt, die besten vier kommen im Kampf um den großen Pokal, der im Büro von Martina Müller steht, weiter. Heute steht das Halbfinale auf dem Plan, eventuell auch schon das Finale. Das ist aber vor allem wetterabhängig – und das war im gesamten Turnierverlauf eher unbeständig.

Als Favoriten auf den Kita-EM-Titel gelten Portugal und Italien. In beiden Mannschaften spielen mit vereinsaktiven Kindern fast schon Profis – und wenn die zum Freistoß antreten, bringen die Erzieherinnen so machen jüngeren Spieler schnell in Sicherheit. „Da ist schon was hinter, wenn die schießen“, erklärt eine Erzieherin. Doch plötzlich ist nach einem Spielerwechsel Unruhe auf dem Spielfeld. Zwischen allen Kindern in grünen und roten T-Shirts ist plötzlich ein BVB-Trikot auszumachen. „Wer ist der Gelbe?“, fragt die Schiedsrichterin irritiert? „Türkei“, kommt es im Chor zurück. „Dann ist ja gut“, lautet die Antwort, denn die spielen gerade wirklich und so kann der Borussen-Fan leicht seiner Mannschaft zugeordnet werden.

„Schieß“ schallt es vom Spielfeldrand, „pass auf“, rufen die Fans der anderen. Doch der Ball ist im Tor. Der erfolgreiche Schütze reißt wie die Profis in Frankreich die Arme hoch und wird von seinen Anhängern gefeiert. Die Bilanz am Ende ist eindeutig: „Wir haben gegen die Maulwürfe gewonnen“ – ob das jetzt die Italiener, Deutschen oder Türken waren, das ist den Kindern egal. - tat

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