Mit der Kamera unterwegs

„Macht die Welt doch irgendwie schöner“: Die Rünther und der Schnee

Ran an den Schnee: Hier ist Walter Spinnenhirn im Einsatz.
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Ran an den Schnee: Hier ist Walter Spinnenhirn im Einsatz.

Schnee schaufeln hieß am Montag das Gebot der Stunde – und den Menschen in Rünthe hat es teils großen Spaß gemacht. Wir haben uns mal umgeschaut.

Rünthe – Der Lyriker Joseph von Eichendorff hätte seine helle Freude gehabt, wenn er in diesen Tagen vielleicht irgendwo in Rünthe aus dem Fenster eines der rustikalen Zechenhäuser geblickt hätte. „Markt und Straßen steh‘n verlassen“, beginnt doch eines seiner romantischen Gedichte, welches nun auf einmal Realität geworden zu sein scheint. Unter einer Decke aus Puderzuckerschnee sind die Straßen verschwunden und die Autos in einen Winterschlaf versunken. Stille herrscht allerorten.

Doch kaum ist es richtig hell geworden, da ist auch schon ein reges Treiben in den Straßen zu beobachten. Gut gelaunt kommen die Menschen aus den Häusern, zumeist mit einer Schneeschüppe bewaffnet, um frisch ans Werk zu gehen.

Eindrücke aus dem winterlichen Bergkamen

Schnee Bergkamen
Schnee Bergkamen
Schnee Bergkamen
Schnee Bergkamen
Eindrücke aus dem winterlichen Bergkamen

„Däs is ja noch gar nischts“, meint Walter Spinnenhirn aus der Kanalstraße in sattem Schwäbisch, als man ihn fragt, ob er sich nun auf das Schneeräumen freut. Kein Wunder, stammt dieser doch aus Friedrichshafen und ist vor 30 Jahren der Liebe wegen vom Bodensee nach Bergkamen gezogen. „Dort unten sind wir doch ganz andere Schneemengen gewöhnt“, meint er und wuchtet noch einmal die Schneeschüppe mit sichtlichem Vergnügen in die Schneewehe. Und es scheint, dass ihm das auch irgendwie gefehlt hat.

Seine Nachbarin von der anderen Straßenseite sieht die Schneemassen auf dem Gehweg ebenfalls durchweg positiv. „Ist doch ein tolles Fitness-Programm“, meint Nicole Treeck und ist sich sicher. „Von nichts kommt auch nichts.“

„Kurz Zeit für ein Foto?“ „Na klar!“

„Kurz Zeit für ein Foto?“ „Na klar!“, antwortet Severin Kalny aus der Schachtstraße gut gelaunt und ergänzt augenzwinkernd: „Glaubt mir doch sonst eh keiner.“ Und auch er kann der weißen Pracht durchweg etwas Gutes abgewinnen. „Macht die Welt doch irgendwie schöner.“

Familie Fuchs in der Rünther Straße ist dagegen gleich mit Vater, Mutter und den Töchtern Kim und Julia zum Schneeräumen angetreten. Nach kurzer Zeit haben sie auch schon einiges an Schnee weggeräumt. Dass der Papa hin und wieder eine Ladung kalten Schnee abbekommt, sieht dieser eher positiv. „Hauptsache, die beiden haben ihren Spaß.“

Cengiz Nane aus der Overberger Straße macht ebenfalls richtig Meter, denn mit seiner XXL-Schneeschüppe Marke Eigenbau haben die Schneemassen bei ihm nicht die geringste Chance. „Außerdem muss ich als Vermieter doch Vorbild sein“. Er könne sich aber auch nicht beklagen, stellt er seinen Mietern ein gutes Zeugnis aus. „Die machen das schon richtig gut.“

Aus Schneeberg wird Iglu

Dass Schneeschüppen auch für Kinder gut ist, kann Max aus der Bruktererstraße bestätigen, denn der Papa und der Nachbar haben in einer besonderen Art von Nachbarschaftshilfe einen Berg von Schnee aufgetürmt, welchen Max nun für sein Iglu gut gebrauchen kann.

Winterurlaub vor der Haustür macht hingegen Familie Kuballa aus dem Stadtteil Oberaden, die mit Tochter Merle und den beiden Hunden den Schlittenhügel im Römerpark noch ganz für sich alleine hat.

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