Tanzlehrerin gebissen

Loch im Bein: Besitzerin von bissigem Schäferhund zu Schmerzensgeld verdonnert

Schäferhund Hund
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Symbolbild

Bergkamen – Bereits mehrfach hatte der Schäferhund einer Bergkamenerin Menschen gebissen. Bislang hatte das für die 40-Jährige keine strafrechtlichen Konsequenzen gehabt. Doch damit war nun Schluss. 

Ein Richter im Amtsgericht Kamen sprach die Frau der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig und verwarnte sie. Er erließ eine Geldstrafe von 1250 Euro unter Vorbehalt, also auf Bewährung. Zahlt die Bergkamenerin 1000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer, muss sie die Strafe nicht mehr aufbringen.

Am 3. März geriet die Angeklagte mit ihrem Ex-Mann in ihrer Wohnung in Bergkamen in einen Streit. Eine Nachbarin wurde darauf aufmerksam. Die 26-Jährige sah im Hausflur, wie der Schäferhund die Treppe hinunter lief. Sofort machte sich die Angeklagte daran, ihren Vierbeiner einzufangen. Da sich der Schäferhund allerdings zuvor in der Wohnung aufgehalten hatte, hatte er weder ein Halsband um noch eine Leine. Als er, seinem Frauchen ein Stück voraus, auf sein Zuhause zulief, stand die Nachbarin in der Wohnungstür der Angeklagten. Damit war der Hund offenbar nicht einverstanden, denn er biss die Frau in die Wade und hinterließ laut ärztlichem Attest eine „tiefe Bisswunde“.

Folgen des Bisses noch heute sichtbar

Vier Wochen lang war die Tanzlehrerin krankgeschrieben, sechs Wochen musste sie regelmäßig den Verband wechseln. Im Gericht versuchte die Angeklagte zunächst, den Vorfall herunterzuspielen. Ihr Hund habe lediglich etwas gezwackt. Doch die Handybilder, die die 26-Jährige später den Prozessbeteiligten zeigte, ließen keinen Zweifel mehr daran, dass der Vierbeiner richtig zugebissen hatte. „Als er mich gesehen hat, ist er auf mich zu und hat mich gebissen. Ich habe ein Loch im Bein gesehen“, erinnerte sich die Nachbarin im Zeugenstand. Bis heute habe sie Narben.

„Sie müssen Ihren Hund besser im Griff haben. Das war nicht nur ein Zwacken“, wurde der Vertreter der Staatsanwaltschaft deutlich. Bereits in der Vergangenheit hatte der Hund einen Jugendlichen und den Nachbarn der Angeklagten angegriffen. Die Situation sei unglücklich gewesen, räume der Richter in seiner Urteilsbegründung ein. Das Tier habe durch den Streit seines Frauchens unter Stress gestanden. Trotzdem müsse die Angeklagte ihren Hund jederzeit unter Kontrolle haben.

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