Bau der Umgehungsstraße L821n

Lippeverband will Teilstück des Deichs am Kuhbach als Hochwasserpuffer öffnen

Baustelle Kreisverkehr L821n
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Erste Konturen des Kreisels für die L821n sind am Bauabschnitt Erich-Ollenhauer-Straße auszumachen.

Unter dem Eindruck der Überschwemmungen Mitte Juli wird der Hochwasserschutz am Kuhbach bezüglich des Baus der Umgehungsstraße L821n von Kritikern noch einmal argwöhnischer betrachtet als ohnehin. Aufhorchen ließ bei der Info-Veranstaltung des Aktionskreises Wohnen und Leben jetzt die Information der Unteren Wasserbehörde, dass der Lippeverband den Deich des Kuhbachs schleifen will, damit Hochwasser in freies Gelände abläuft.

Bergkamen – Das würde die Hochwassergefahr entlang des Bachs entschärfen. Beim jüngsten Sturzregen hatte er die Jahnstraße in der Bachsenke mehr als einen Meter hoch überflutet. Viele Anwohner in dem Gebiet hatte es mit Schäden an Keller, Wohnung oder Auto übel erwischt.

Seit mehr als zehn Jahren ist der Lippeverband darum bemüht, auf der Südseite des Kuhbachs am Auslauf zur Seseke solchen Stauraum zu schaffen. Das scheiterte daran, dass Eigentümer geeignete Flächen nicht verkaufen wollten, wie Sprecherin Anne-Kathrin Lappe auf Anfrage erläuterte. „Nun ist es aber gelungen, ein Grundstück vom Kreis Unna zu bekommen.“ So werde auf der Südseite des Bachs nahe des querenden Pantenwegs solcher Retentionsraum geschaffen.

An den Gesprächen darüber ist Straßen.NRW als Bauherr der L821n beteiligt. Im dritten Bauabschnitt steht der nach hinten verschobene Bau der Brücke samt Rampen in der Bachniederung an. Aktuell wird an der Ollenhauer-Straße der Kreisverkehr für die Anbindung im Norden gebaut. An der Lünener Straße sind 400 Meter Straßen samt Kreisel schon fertig.

„Wertvolle Maßnahme für den Hochwasserschutz“

Geplant ist, auf einem Teilstück den Deich abzutragen. Die Entwässerung der Straße ist formal davon losgelöst zu betrachten und unter den bestehenden Bedingungen mit einem Hochwasserrisikogebiet in der Trasse in überarbeiteter Fassung von der Bezirksregierung genehmigt worden.

All das steht bei dem umstrittenen Projekt besonders im Fokus, weil die zig Jahre alte Genehmigung im Planfeststellungsverfahren in diesem Punkt hinfällig wurde. Der Kreis Unna hat später die Hochwasserrisikofläche ausgewiesen. Die Entwässerungspläne mussten angepasst werden. Die Bezirksregierung suchte dafür einen Weg, der keine Möglichkeit der gerichtlichen Anfechtung bot. Darauf hatten die Straßengegner gehofft.

Nun könnte es binnen Monaten los gehen. „Wir freuen uns über jeden Grunderwerb“, sprach Lappe angesichts der Unwetter Grundsätzliches an. „Das hier ist eine wertvolle Maßnahme für den Hochwasserschutz. Wir hoffen, dass die Menschen und die Politiker erkennen, dass wir solche Grundstücke als Puffer für extreme Regenmengen brauchen.“

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