Schwebende Stahlkolosse

Hingucker aus tonnenschwerem Stahl: Viele Zuschauer beim Aufbau der B233-Brücke 

Seit Samstag wurden bei den Arbeiten an der B233-Brücke über die Lippe die schweren Stahlträger mit zwei Kränen auf Behelfswiderlager transportiert. Die Arbeiten waren am Ende schneller abgeschlossen als geplant.
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Seit Samstag wurden bei den Arbeiten an der B233-Brücke über die Lippe die schweren Stahlträger mit zwei Kränen auf Behelfswiderlager transportiert. Die Arbeiten waren am Ende schneller abgeschlossen als geplant.

So ein Spektakel hat es zwischen Rünthe und Werne schon lange nicht mehr gegeben. Nach Jahren der Planung ist an diesem Wochenende sichtbar Bewegung in die B233-Brückenbaustelle gekommen - hier unser Gesamtüberblick:

Werne/Rünthe - Etliche Schaulustige versuchten am Wochenende einen Blick auf die Arbeiten zu bekommen, bei denen drei 160 Tonnen schwere und 60 Meter lange Stahlträger für die Behelfsbrücke mit Hilfe von Autokranen durch die Luft schwebten. Am Ende waren die Arbeiten sogar deutlich früher fertig als geplant.

Schon am Freitagabend hatten Mitarbeiter der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr die B233-Brücke über die Lippe sowie die parallel verlaufende Geh- und Radwegbrücke zwischen Rünthe und Werne gesperrt

Aufbau der B233-Brücke Werne-Bergkamen

B233-Brücke zwischen Werne und Bergkamen: Zwei Großkräne an der Baustelle

Im Rahmen der Vorbereitungen galt es unter anderem, die beiden Großkräne aufzuballastieren. „Die Fahrzeuge wiegen sonst etwa 96 Tonnen, da sind dann hinten noch einmal 180 Tonnen Gegengewicht draufgekommen“, beschreibt Bauleiter Daniel Lueb von der Borkener Firma Eiffage Infra West. 

Erst in der Nacht vor dem Start der Arbeiten waren auf der Baustelle die Endquerträger eingetroffen, die im Vergleich zu den Stahlträgern mit ihren jeweils zwölf Tonnen Gewicht schon fast als Leichtgewichte des Brückebaus an der B233 bezeichnet werden können.

B233-Brücke zwischen Werne und Bergkamen: Ferngesteuerte und selbstfahrende Plattformen

Um die schon vor einigen Wochen per Schwertransporter aus dem sächsischen Plauen angelieferten Stahlkolosse in Bewegung zu versetzten, kamen zunächst zwei ferngesteuerte und selbstfahrende Plattformen zum Einsatz. Diese entpuppten sich als echter Hingucker. Nicht nur, weil sich die Reifen der Fahrzeuge auf Knopfdruck um 90 Grad drehen können, sondern auch, weil die zehn Achsen der Kraftpakete, die ihre Last per Hydraulik anheben, mit je acht Reifen ausgestattet sind.

Zuschauer beobachteten das Spektakel zwischen Rünthe und Werne.

Das sorgte bei den Beobachtern hinter den Bauzäunen für Staunen. „Leider sieht man nicht so viel, aber da der Blick auf die Straße möglich ist, konnten wir wenigstens den Abladeprozess beobachten. So was sieht man ja nicht alle Tage“, staunte Beobachter Walter Liebig. Einen Blick auf das Ziel - der luftigen Lieferung auf die Behelfswiderlager, bei der dann die Autokrane zum Einsatz kamen - blieb den Schaulustigen bei ihrem Blickwinkel hinter den Zäunen allerdings verwehrt.

B233-Brücke zwischen Werne und Bergkamen gesperrt: Ein Zuschauer mit besonderem Verhältnis zur Brücke

Ein besonderes Verhältnis zur Brücke hat Rolf Kreisel. Das langjährige Vorstandsmitglied des SuS Rünthe wohnt in Werne, ist aber jahrzehntlang mit dem Auto über die Brücke nach Kamen zur Arbeit gefahren. „Als die Stahlträger mitten in der Nacht angeliefert wurden, sind die direkt an unserem Haus vorbeigefahren. Leider habe ich das verpasst“, ärgert sich Kreisel. Dafür war er am Samstag gleich mehrmals vor Ort, um die Entstehung der Behelfsbrücke zu verfolgen, über die dann der Verkehr fließen soll, während die alte Brücke abgerissen wird. Ganz zufällig kam das Interesse nicht, denn Kreisel war beim Tiefbauamt der Stadt Kamen beschäftigt - und zuständig für Unterhaltung der städtischen Brücken.

B233-Brücke zwischen Werne und Bergkamen gesperrt: Spontan einen Tag früher als geplant fertig 

Nachdem am Samstagnachmittag bereits der zweite Koloss erfolgreich über den Fluss bugsiert worden war, entschieden die beteiligten Unternehmen spontan, einen Tag früher als geplant, auch noch den letzten Träger anzubringen.

 „Es hat alles gut geklappt, sodass der dritte Stahlträger schon am Samstagabend aufgelegt werden konnte, am Sonntag haben dann früher als geplant die Rückbauarbeiten begonnen“, freute sich Markus Feller, Projektleiter von Straßen.NRW über den frühen Abschluss der Baumaßnahme. 

Der Stand der Dinge an der Brückenbaustelle am Sonntag.

Die Werner Straße, über die der Statistik nach 23.000 Fahrzeuge an einem Werktag fahren, kann so schon am Sonntagabend gegen 19 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.

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