Haftstrafe für 42-Jährigen

Liebesstreit bringt verbotenes Waffenversteck in Bergkamen ans Licht

In Meschede hat ein Räuber zwei Männer mit einem Sturmgewehr bedroht und ausgeraubt. Die Polizei nahm ihn nach einer Fahndung fest.
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Die Polizei entdeckte im Keller einer Wohnung in Bergkamen ein selbstgebautes Sturmgewehr (Symbolbild).

Fliegende Stühle und der Kampf um ein Handy – 2019 fand der Krieg zwischen einem früheren Paar in Bergkamen seinen traurigen Höhepunkt. Und bei der Gelegenheit tauchten auch seine Waffen und Munition auf. Körperverletzung, Raub und ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sollen den 42-Jährigen nun die Freiheit kosten.

Bergkamen - Eifersucht, wechselseitige Verdächtigungen und permanenter Streit ließen die Ehe scheitern. Der 42-jährige Bergkamener zog aus. Doch damit war die Sache keineswegs erledigt. Sie fühlte sich von ihm betrogen – und ließ das seine „neue“ Freundin in einer wenig freundlichen Nachricht wissen.

Und genau das brachte ihn am 29. Oktober 2019 dazu, ihr einen Besuch der unangenehmen Sorte abzustatten.

Polizei entdeckt Sturmgewehr und Maschinenpistole

Laut Anklage forderte er ihr Handy, zerschlug einen Stuhl und schwenkte einen zweiten so in ihre Richtung, dass ein Bein ihre Stirn traf. Er stieß sie zu Boden, zog das Handy aus ihrer Hosentasche und lief damit raus. Sie folgte ihm, beugte sich über das Fenster in sein Auto, um das Gerät zurückzuholen und wurde daraufhin gewürgt. Ihr Sohn rief die Polizei und als die Beamten eintrafen, verwies sie diese auf sein Versteck im Keller. Tatsächlich lagerten dort unter einem Holzstapel ein selbstgebautes Sturmgewehr, eine Maschinenpistole und unterschiedlichste Munition.

Den verbotenen Besitz stellte der 42-Jährige nun vor dem Schöffengericht Unna nicht in Abrede. Wobei er das Ganze als in Vergessenheit geratene Leidenschaft in jungen Jahren beschrieb und erklärte, die Kiste sei bei Umzügen irgendwie immer mitgewandert. Was die Auseinandersetzung mit seiner künftigen Ex-Gattin betraf, wollte er weder den Raub des Handys noch gewalttätige Übergriffe auf sich sitzen lassen.

„Lügenwelt“ bricht zusammen

Er habe sie, um neue Belästigungen zu vermeiden, lediglich aufgefordert, die Nummern zu löschen oder ihm das Smartphone zu geben, damit er es tun könne. Er habe sie nicht berührt und das Handy auch nicht in der Hand gehabt. Überhaupt schreibe sie ihm noch heute, dass sie ihn zurückwolle und dass das mit seiner Freundin nichts werde.

Seine Noch-Frau bestätigte ihre Vorwürfe jedoch und stand auch zu der Nachricht an seine Freundin. Immerhin sei er doch über Monate hinweg zweigleisig gefahren. „Er ist sehr cholerisch und seine Lügenwelt ist zusammengebrochen.“ Und das Versteck im Keller habe sie preisgegeben, weil sie Angst gehabt habe, dass er irgendwann mit einer Waffe vor der Tür stehen könnte.

Weder der Ankläger noch das Gericht hatten letztlich Zweifel daran, dass der 42-Jährige in jedem Punkt schuldig war. Er wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

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