Aus Liebeskummer: Bergkamener sogar zu schnell für die Polizei

Rasant
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Bergkamen/Kamen – „Wir hatten echt Probleme, aufzuschließen. Das war schon sehr schnell“, beschrieb ein Polizist im Amtsgericht Kamen eine Verfolgungsjagd, die sich am frühen Morgen des 6. Oktober in Lünen ereignet hatte.

Aus der Akte ergab sich, dass der Angeklagte laut Tachostand der Verfolger bei erlaubten 50 km/h mit mehr als 120 km/h unterwegs gewesen sein muss.

In einem Kreisverkehr auf der Kappenbergstraße sei der Raser in eine bedenkliche Schräglage geraten, so der Zeuge. Bei dem Fahrer handelte es sich um einen damals 19 Jahre alten Mann aus Bergkamen. Ihm warf die Staatsanwaltschaft fahrlässige Trunkenheit vor. Denn: Nachdem die Polizisten den Angeklagten in einer Sackgasse stoppen konnten, stieg ihnen beim Öffnen der Fahrzeugtür sofort ein Alkoholgeruch in die Nase. 

Ein Bluttest ergab 0,99 Promille. Im Fokus lag nun die Frage, ob das Fahrverhalten des Bergkameners auf den Alkoholkonsum zurückzuführen war. Das bestritt der inzwischen 20-Jährige. Er sei bei einem Freund gewesen und hätte dort Bier getrunken, als er plötzlich eine Nachricht seiner Freundin erhielt, die die Beziehung mit ihm beendete. Er sei daraufhin sofort los geeilt, um mit der Frau zu sprechen. 

"Angst und Panik ohne Ende"

„Ich hab die ganze Zeit durchgeweint. Ich hatte Angst und Panik ohne Ende“, umschrieb der Angeklagte seinen Gemütszustand. Seine Fahrweise hätte definitiv nichts mit dem Alkohol zu tun gehabt, war sich der Bergkamener sicher. Das sahen die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und der Richter allerdings anders. „Er muss zu der Tat stehen“, plädierte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte sollte froh sein, dass er Niemanden umgefahren hat. Dem schloss sich der Vorsitzende an. 

Er erklärte den 20-Jährigen gemäß des Jugendstrafrechts der fahrlässigen Trunkenheitsfahrt für schuldig, erlegte ihm drei Gesprächstermine bei der Suchtberatungsstelle, die Teilnahme an einer Motivationsgruppe und die Zahlung von 500 Euro an die Landeskasse auf. Seit dem Vorfall, und damit seit etwa sechs Monaten, befindet sich der Führerschein des Mannes in der Gerichtsakte. Wird das Urteil rechtskräftig wird er dort fünf weitere Monate bleiben, so die Entscheidung des Gerichts.

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