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LED-Technik für Kreiselkunst: Stadt spart tausende Euro im Jahr

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Von: Jürgen Menke

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Die Lichtstelen ragen – ein wenig geneigt – zehn Meter in den Himmel. Sie bilden in der gedanklichen Weiterführung ein imaginäres Dach über dem Stadtzentrum.
Die Lichtstelen ragen – ein wenig geneigt – zehn Meter in den Himmel. Sie bilden in der gedanklichen Weiterführung ein imaginäres Dach über dem Stadtzentrum. © Menke

Der notwendige Klimaschutz macht auch vor den Lichtstelen der Gebrüder Maik und Dirk Löbbert nicht Halt. Die jeweils zehn Meter hohen Säulen, die sich inmitten von vier Kreisverkehren in Bergkamens Mitte stolz gen Himmel strecken, werden auf energiesparende LED-Technik umgerüstet.

Bergkamen – „Bergkamen setzt Maßstäbe“ – der Titel des Kunstwerks bekommt nun noch eine weitere Bedeutung. Die rot-weiße Stele am Kreisel Landwehr-/Heinrichstraße hat den Wandel schon im vergangenen Jahr vollzogen. Die anderen drei Objekte, die in den Farben Blau-Weiß, Grün-Weiß und Gelb-Weiß erstrahlen, wurden bis dato nachts noch mit Neonröhren erleuchtet. 40 Stück arbeiteten in jedem Stab – und gingen gern auch mal kaputt. Die LED-Technik, so die Hoffnung, ist nicht nur effizienter, sondern auch weniger anfällig und damit weniger wartungsintensiv.

Am Nordberg-Kreisel wurden die Lichtmodule am Dienstagmorgen abmontiert, zurückgeblieben ist ein nackter Metallstab.
Am Nordberg-Kreisel wurden die Lichtmodule am Dienstagmorgen abmontiert, zurückgeblieben ist ein nackter Metallstab. © Menke

In jeder Säule werden 80 Meter LED-Streifen installiert, insgesamt also 320 Meter. „Die Umrüstung ist mit den Künstlern abgestimmt“, erläutert Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel. Unterm Strich gehe man von einer Reduzierung der Betriebskosten in Höhe von 5000 Euro im Jahr aus. Damit hätten sich die Ausgaben für die LED-Anbringung in rund sechs Jahren amortisiert.

„Licht wird gefälliger“

Mit den Arbeiten betraut ist die Firma Gerold aus Bergkamen. Im Zuge der Umrüstung werden die einzelnen Lampenmodule noch in der Werkstatt gereinigt. Nicht ausgeschlossen also, dass die Kunst bald noch heller scheint als vorher. Schmidt-Apel sagt, die Stelen würden mit LED „gefälliger“ leuchten. Die älteste ist im Übrigen schon 17 Jahre alt.

Erste Stele aus 2005

Es ist jene im Kreisverkehr Erich-Ollenhauer-Straße/Leibnizstraße am Nordberg. Sie wurde Ende 2005 als erste errichtet, die anderen drei folgten in einem Schwung im Frühjahr 2009. Alle Stäbe sind im Übrigen 0,5 mal 0,5 Meter dick und leicht gen City geneigt, in einem Winkel von zehn Grad. Sie bilden in der gedanklichen Weiterführung ein imaginäres Dach über dem Stadtzentrum und stellen zugleich illusorische Stadttore dar.

Am Kreisverkehr Erich-Ollenhauer-/Töddinghauser Straße wurden die Neonröhren bereits durch energiesparende LEDs ersetzt.
Am Kreisverkehr Erich-Ollenhauer-/Töddinghauser Straße wurden die Neonröhren bereits durch energiesparende LEDs ersetzt. © Menke

Die Gestaltung des Nordberg-Kreisels, der Anfang 2004 fertiggestellt und mit einem Stromanschluss ausgestattet wurde, geht auf den vor 20 Jahren durchgeführten Wettbewerb zur Kreiselkunst in Bergkamen zurück. Damals ging Andreas M. Kaufmann als Sieger hervor, der im Rathaus-Kreisel die Lichtinstallation „no agreement today, no agreement tomorrow“ realisierte, im Volksmund gern „Waschtrommel“ genannt.

„Hellweg – ein Lichtweg“

Die Idee der Gebrüder Löbbert, die vier Kreisverkehre im weiteren Umfeld mit jeweils einer Lichtstele zu versehen, fand ebenfalls großen Anklang. Für die erste Säule bewilligte das Land einen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro. Die Stadt Bergkamen steuerte 10.000 Euro bei. Mit dem Werk ist Bergkamen im Kulturprojekt „Hellweg – ein Lichtweg“ vertreten.

Warten auf Geld

Die drei weiteren Lichtstelen entstanden in den Kreiseln Landwehr-/Heinrichstraße, Landwehr-/Töddinghauser Straße und Erich-Ollenhauer-/Töddinghauser Straße. Für sie fehlte zunächst das Geld – bis die Bezirksregierung Arnsberg der Stadt einen Zuwendungsbescheid über 120.000 Euro zukommen ließ. Mit Kränen wurden die jeweils 1,2 Tonnen schweren Objekte später an ihre Plätze gehievt. Ende April 2009 war das Ensemble komplett, am 26. Mai 2009 wurde es in Anwesenheit der Künstler offiziell eingeweiht.

Auch auf Halde aktiv

Wenig später zeichneten Maik und Dirk Löbbert auch für die rund 30 Meter hohe Lichtskulptur „Impuls“ auf der Bergehalde „Großes Holz“ verantwortlich. 14.400 LED-Leuchten erhellen diese Stele im Dunkeln. Finanziert wurde das 650.000 Euro teure Kunstwerk mit Landeszuschüssen sowie mit Mitteln der RAG Montan Immobilien und des Kulturprojektes „Hellweg – ein Lichtweg“.

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