Lichtermarkt lockt Tausende in die Bergkamener Innenstadt

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Bergkamen – Einen perfekten Abend feierten Tausende Bergkamener sowie ihre Gäste auf dem Lichtermarkt am Freitagabend. Dessen Motto „Lichtspielplätze – Gegensätze“ blieb auf die Dramaturgie der Shows beschränkt. Die Gäste rund um den Markt feierten bei angenehmen Temperaturen einen stimmigen, stimmungsvollen, friedlichen und sehr bunten Abend mit einigen Höhepunkten.

Durchkomponiert hatte Axel Weber seine Wonderland-Show unter dem großen Torbogen. Der Maestro selbst goss tatsächlich Öl ins Feuer, zauberte mit Petroleum Feuerkreise aufs Pflaster, kontrollierte sein Reich vom fahrbaren Thron aus, machte Smartphone-Bilder von denen, die ihn in den Fokus nahmen. Er setzte die Akzente in der Choreografie der Feuer- und Artistik-Show. Die spektakulären Auftritte überließ er seiner Mannschaft. 

Die Marimba, mit der er das Publikum lieblich eingestimmt hatte, tauschte der „Schwarze“ Rudi Bauer nach der Eröffnung der Show mit zwei Standpauken. Auf denen setzte er den Flammen und der Hitze mit Wasserfontänen im Takt einen Kontrapunkt. David Lomic unterstützte die Rammstein-Atmosphäre der Bühne mit entsprechendem Gitarreneinsatz. Leicht und luftig schwebte die „Weiße“ Violinistin Giedre Mundinaite scheinbar aus dem Himmel. Die Herren bis auf Vojta Stolbenko in Schwarz, blieben auf dem Boden – „Höllenhunde“ eben. 

Die „Engel“ übten aber durchaus Anziehungskraft auf sie aus: Im Finale beteten sie Vertikaltuchartistin Suzanne de Bekker an, setzten sie mit Taschenlampen ins rechte Licht. Ähnlich Großartiges, aber „nur“ auf Musik und Licht beschränkt, boten „Engel“ Nora Kudrjawski und „Teufelchen“ Katja Barbas als „Angelstrings“ in der proppevollen Sankt-Elisabeth-Kirche. Auch Jesus, die Christenheit und alle Menschen lebten durch Gegensätze, führte Gemeindereferent Markus Brinkmann in die Show ein. 

Von irischem Folk bis zum Piratenepos

Die beiden Violinistinnen marschierten anschließend im effektvoll gesetzten Lichtkegel durch den Mittelgang des Gotteshauses. Kudrjawski und Barbas suchten nicht nur da den Kontakt zum Publikum, die beiden spielten ein Ständchen für ein kleines Mädchen oder posten für eine junge Filmerin, holten Vater und Sohn zum Tanz auf die Bühne. Die musikalischen Themen von irischem Folk über ungarische Tänze bis zur Titelmelodie „Fluch der Karibik“ begannen meist kontrovers, endeten aber in musikalischer Eintracht. Der Piratenepos begann mit einem Säbelduell mit Geigenbögen und endete damit, dass „Engelchen“ den Bogen führte, „Teufelchen“ die Finger setzte. Die von den 600 Besuchern in der Kirche geforderte Zugabe war für die Musikerinnen selbstverständlich. Es wurde ein sehr energetisches „Rollin’ in the deep“ von Adele. 

Die Pausen der beiden großen Shows boten dem Publikum die Gelegenheit durch den von Wolfgang Flammersfeld illuminierten Wald zu spazieren. Dort gab es nicht nur Lichtobjekte wie einen scheinbar dreidimensionalen Würfel zu entdecken. Fasziniert waren Kinder und Erwachsene vom Spiel mit Hunderten Kerzen schwebenden Seifenblasen. Daneben bot das Künsterkollektiv Lichtgestalten die Möglichkeit, selbst Lichtkunst zu kreieren. 

Der 19. Lichtermarkt trug den passenden Titel. Schließlich boten zahlreiche Stände auf dem Platz allerlei für die Weihnachtszeit an, dicke Socken, Handschuhe und natürlich auch „Futter“. Am gefragtesten war an diesem Abend der Klassiker Currywurst, entsprechend lang die Schlange. Den Markt belebten abwechselnd diverse Stelzenläufer, mal eher gruselig, dann bizarr, in jedem Fall fantasievoll gewandet und für das kleine und große Publikum eindrucksvoll. Besonders umlagert von den Kindern: die Eisprinzessin. Die Trommelgruppe „Hansa Gold“ unterhielt das gut gelaunte Publikum akustisch. Viele Bergkamener stiegen mehr oder weniger zaghaft mit Hüftschwung und Trippelschrittchen ein.

Tausende besuchen den Lichtermarkt in Berkamen

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