KVWL nennt erste Zahlen

Schon über 2700 Corona-Impfungen in Arztpraxen im Kreis Unna - „Bitte nicht anrufen“

In den Arztpraxen wird zurzeit ausschließlich der Biontech-Impfstoff eingesetzt.
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In den Arztpraxen wird zurzeit ausschließlich der Biontech-Impfstoff eingesetzt.

Die Hausärzte im Kreis Unna haben bis einschließlich Mittwoch in ihren Praxen bereits 2745 Patienten gegen das Coronavirus geimpft, sieben erhielten dort ihre Folgeimpfung. Das teilt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe mit. KVWL-Sprecherin Heike Achtermann bittet die Impfwilligen zugleich, von telefonischen Anfragen zu Impfungen in den Praxen abzusehen, um deren Betrieb nicht unnötig zu stören: „Die Mediziner kommen von sich aus auf ihre Patienten zu.“

Bergkamen – Die Ärzte in Bergkamen zu erreichen, ist in diesen Tagen ohnehin nicht eben einfach. Das erfuhr auch der WA, der in einem Fall 50 Minuten in einer Warteschleife steckte. Am Ende hieß es dann zumeist: keine Zeit. Die Mediziner hatten nach dem Osterfest ohnehin viel zu tun.

Wie viele Hausärzte im Kreis Unna und speziell in Bergkamen gegen Corona impfen, kann Achtermann nicht sagen. „Das sehen wir erst später anhand der Abrechnungen.“ An die Fallzahlen gelange die KVWL, weil es im Zuge der Meldungen der Ärzteschaft an das Robert-Koch-Institut eine Daten-Schnittstelle gebe.

Unterschiedliche Organisation

Den Impfstoff beziehen die Ärzte über ihre Apotheken. „Zurzeit wird ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer verimpft“, sagt Achtermann. Dieses könne bis zu fünf Tage in einem Kühlschrank aufbewahrt werden. „Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Impfstoffe zum Einsatz kommen.“

Bei der Organisation der Impfungen gehen die Praxen unterschiedliche Wege. „Die einen spritzen morgens eine Stunde, andere am Ende der Sprechzeiten“, schildert Achtermann. Größere Gemeinschaftspraxen könnten es sich womöglich leisten, einen Arzt ganz fürs Impfen abzustellen. Hier seien meist auch die räumlichen Voraussetzungen gegeben.

Für die Ungeduld der Patienten und womöglich ihre Sorgen, vom Hausarzt vergessen zu werden, zeigt Achtermann Verständnis. Überstürzte Anrufe in der Praxis seien aber auch deshalb unnötig, weil der Arzt seine Patienten in der Regel gut kenne und bei der Impfung auch die vorgegebene Priorisierung beachten müsse. Die Versorgung von bettlägerigen Patienten nehme durch den nötigen Hausbesuch besonders viel Zeit in Anspruch.

Klagen über zu viel Bürokratie

Wenn sie die bisherigen Rückmeldungen aus der Ärzteschaft sowie von Patienten betrachte, so könne man von einem erfolgreichen Start der Impfungen in den Praxen sprechen, verdeutlicht Achtermann. Gleichwohl beklagten sich auch die hiesigen Mediziner über die mit den Impfungen verbundene Bürokratie. So gebe es mehr als 20 Abrechnungsziffern pro Impfung. Unter anderem müsse dokumentiert werden, welches Vakzin eingesetzt wurde und welcher Prioritätengruppe der Patient angehöre. Achtermann: „Eine pragmatischere Lösung wäre wünschenswert gewesen.“

Im Beritt der KVWL wurden vom 1. bis einschließlich 7. April schon mehr als 40.000 Impfungen in Arztpraxen durchgeführt. „Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie viel Impfstoff wir bekommen“, sagt Achtermann. Im rechnerischen Durchschnitt erhält jede Praxis bundesweit pro Woche zunächst nur 26 Impfdosen, es sollen aber bald deutlich mehr werden.

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