Lanxess übernimmt Chemtura

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Der Chemiepark an der Ernst-Schering-Straße.

Bergkamen/Köln - Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat das amerikanische Unternehmen Chemtura übernommen. Das teilte der Konzern heute in Köln mit. Davon betroffen ist auch der Standort in Bergkamen mit den rund 290 Mitarbeitern im Chemiepark in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bayer.

Die Übernahme hatte sich abgezeichnet. Die Chemtura-Aktionäre hatten der Übernahme im Februar zugestimmt. Lanxess zahlt für die Übernahme rund 2,4 Milliarden Euro. Im Werk an der Ernst-Schering-Straße werden Organometalle hergestellt. Organometalle sind chemische Verbindungen, die unter anderem als Katalysatoren in der Polymer-Produktion oder zur Synthese von Feinchemikalien und Pharmazeutika verwendet werden. Dieses Geschäft wird ab sofort im bestehenden Lanxess Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates (AII) geführt. AII ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Hersteller hochwertiger Industriechemikalien mit nun insgesamt 13 Standorten in Europa, Asien und den USA. 

„Größter und wichtigster Standort“

„Bergkamen ist der größte und wichtigste Standort für unser globales Geschäft von metallorganischen Verbindungen. Organometalle sind für uns eine hervorragende Ergänzung zu unseren bestehenden Produkten und bieten zahlreiche Chancen, weiter zu wachsen“, erklärt Dirk Van Meirvenne, Leiter des Lanxess-Geschäftsbereichs Advanced Industrial Intermediates, in einer Pressemitteilung. Man freue sich auf die gemeinsame Zukunft. Wie ein Firmensprecher gestern auf Anfrage bestätigte, sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.

In Bergkamen werden vor allem aluminium- und zinnorganische Verbindungen hergestellt. Verwendung finden diese unter anderem bei der Produktion von Kunststoffen für Folien oder Sportschuh-Sohlen, bei der Herstellung von Glasbeschichtungen und Photovoltaik-Modulen sowie bei der Synthese von Feinchemikalien und Pharmaprodukten.

In den vergangenen Jahren 30 Millionen Euro investiert

In den vergangenen Jahren hatte Chemtura rund 30 Millionen Euro in den Standort investiert. Zu den Anlagen in Bergkamen gehören neben einem Zinn- auch ein Aluminium- und Mehrzweck-Betrieb sowie eine Pilotanlage. Zudem ist der weltweite Forschungsbereich für Organometalle in Bergkamen angesiedelt. 

Chemtura hat eine ebenso lange wie wechselvolle Geschichte. 1959 wurden die damaligen Chemischen Werke Bergkamen von der Schering AG übernommen wurden. In den 1960er Jahren begann Schering unter anderem mit der Produktion von aluminium- und zinnorganischen Verbindungen. Diese Sparte der Industriechemikalien wurde 1992 an die Witco Corporation verkauft. Durch weitere Firmenzusammenschlüsse in den Jahren 1999 und 2005 entstand die Chemtura Corporation, die jetzt vom Spezialchemie-Konzern Lanxess mit Sitz in Köln übernommen worden ist.

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