Prozess um verhungerte Babys: Vier Jahre und sechs Monate gefordert

Bergkamen/Dortmund - Im Prozess um den Hungertod zweier Babys fordert die Anklage vier Jahre und sechs Monate Haft für die Mutter.

Die Staatsanwaltschaft hat am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht ihr Plädoyer gehalten und hält die Bergkamenerin für überführt, ihre beiden neugeborenen Töchter verhungern lassen zu haben.

Hinsichtlich des ersten Kindes nimmt die Staatsanwaltschaft an, dass der Tatbestand der Aussetzung mit Todesfolge in Tateinheit mit Körperverletzung mit Todesfolge verwirklicht sei, wie der Sprecher des Gerichts mitteilte. Im Hinblick auf das zweite Kind geht die die Staatsanwaltschaft von einen Totschlag durch Unterlassen aus.

Tote Babys nur durch Zufall entdeckt

Die Familientragödie sorgte vor fast sechs Jahren bundesweit für Entsetzen. Die angeklagte Bergkamenerin soll ihre Neugeborenen so sehr vernachlässigt haben, dass eines sechs Monate und eines nach vier Wochen nach der Geburt qualvoll in der Wohnung verhungerte. Der Tod der Babys wurde nur durch einen Zufall entdeckt, als nach einem Brand in der damaligen Wohnung in Lünen Feuerwehrleute bei Aufräumarbeiten unter Unrat die skelettierten Leichen der Kinder entdeckten. Die Frau wurde nach dem Fund der Leichen mehrere Wochen lang in der Psychiatrie behandelt. 

Urteil am 3. September erwartet

Der Prozess wird am 3. September fortgesetzt. Dann steht das Plädoyer der Verteidigung an, die Angeklagte hat das letzte Wort; auch das Urteil wird in der Sitzung erwartet.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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