Volle Schulbusse trotz der Corona-Pandemie

Beginn lässt sich an Bergkamener Schulen nur schwer entzerren

Corona: Die Schulbusse sind trotz der Pandemie überfüllt
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Vor allem morgens drängeln sich die Schüler in die vollen Busse.

Bergkamen – Die Busse sind voll, insbesondere, wenn sie morgens vor dem Unterrichtsbeginn die Schulen ansteuern. Das Land schlägt deshalb vor, den Unterrichtsbeginn zu entzerren und zum Beispiel die älteren Schüler in den oberen Jahrgängen später, zum Beispiel um 9 Uhr, anfangen zu lassen. Für die Grundschulen kommt das Konzept eher nicht infrage, da viele Kinder berufstätiger Eltern in diesem Fall eine Betreuung vor Unterrichtsbeginn benötigen würden. Und auch an den weiterführenden Schulen in Bergkamen lässt sich dieses Konzept nicht so einfach umsetzen.

Der Fahrradparkplatz an der Realschule Oberaden ist derzeit proppevoll – trotz der Jahreszeit. Zwischen 100 bis 150 Räder stehen dort täglich während der Unterrichtszeit. „Ich glaube daher, dass nicht so viele unserer Kinder mit dem Bus kommen“, schätzt Schulleiter Jörg Lange. Etliche der rund 460 Realschüler würden sich zu Fuß auf den Weg machen, die älteren teils schon mit dem Mofa. „Ich denke, dass uns das Problem mit den vollen Bussen nicht so sehr betrifft. Das ist sicher bei Schulen anders, die im Zentrum sind und zu denen die Schüler aus den umliegenden Dörfern mit Bussen gebracht werden.“

Gänzlich ausschließen kann Jörg Lange eine Änderung der Öffnungszeiten an seiner Schule dennoch nicht. „Das ist in der heutigen Zeit nicht möglich. Wir würden uns einer entsprechenden Weisung fügen, wenn es erforderlich wird.“ Leicht umsetzen ließe sich diese aber nicht. „Da hängt eine Menge dran“, gibt der Schulleiter zu bedenken. Die Lehrer müssten zum Beispiel in eine Art Schichtbetrieb arbeiten und die Stundenpläne neu organisiert werden. „Da stellt sich auch die Frage, wie effizient eine solche Maßnahme ist“, so Lange.

Alle sollen Abstand halten

Grundsätzlich findet seine Kollegin Petra Huß die Idee, den Unterrichtsbeginn zu entzerren, gut. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das hier an unserer Schule umsetzen können. Wir sollen schließlich alle Abstand halten“, stellt die Leiterin der Freiherr-vom-Stein-Realschule fest. Sie beobachtet häufig, wie sich Schülergruppen mit denen der benachbarten Gesamtschule mischen, wenn sie aus oder in die Busse steigen. Und viele trügen dabei keine Masken. Ein Konzept mit unterschiedlichen Startzeiten für die unteren und oberen Jahrgänge umzusetzen, erfordert aber auch nach Petra Huß’ Einschätzung einigen organisatorischen Aufwand. „Konkret haben wir uns damit aber noch nicht befasst“, berichtet sie.

Zwar glaubt Bärbel Heidenreich ebenfalls, dass ein zeitversetzter Unterrichtsbeginn tatsächlich die Situation in den Schulbussen entschärfen könnte, konkret vorstellen, wie sich dieses System umsetzen lässt, kann sie sich aber nicht. „Für die älteren Jährgänge könnte das eine Unterrichtszeit von 10 bis 18 Uhr bedeuten, für die unteren von 8 bis 16 Uhr. Kollegen, die übergreifend in den Jahrgängen unterrichten, wären dann von 8 bis 18 Uhr da“, so die Leiterin des Städtischen Gymnasiums. Das ließe sich kaum umsetzen.

Gleitender Eingang brachte wenig Nutzen

Weiter war da bereits die Gesamtschule, die vor den Herbstferien einen sogenannten gleitenden Eingang hatte, bei dem der Unterricht zu unterschiedlichen Uhrzeiten begann. Das hatte aber eher mit der Langwierigkeit der nötigen Handhygiene der Schüler zu Beginn des Unterrichts zu tun, und nicht damit, dass die Schulbusse zu voll seien. Da die Handdesinfektion bei jedem Schüler sehr lange dauerte, sollten die Anfangszeiten entzerrt werden. Nach den Herbstferien wurde die Methode aber wieder verabschiedet. „Der gleitende Eingang hatte für uns wenig Nutzen. Wir wollen etwas zurück zur Normalität“, sagt der stellvertetende Schulleiter Dirk Rentmeister.

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