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Land gibt Geld für die IGA – aber keines für die Innenstadt-Projekte

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Von: Jürgen Menke

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Zur Internationalen Gartenausstellung 2027 will die Stadt zusammen mit Lünen einen „Zukunftsgarten“ gestalten. In Bergkamen im Bereich der Halde sollen die Besucher aktiv werden können.
Zur Internationalen Gartenausstellung 2027 will die Stadt zusammen mit Lünen einen „Zukunftsgarten“ gestalten. In Bergkamen im Bereich der Halde sollen die Besucher aktiv werden können. © Greenbox

Die Stadt Bergkamen erhält 3,4 Millionen Euro vom Land zum Bau eines Willkommensareals für die IGA 2027. Die Hoffnung, in diesem Jahr auch Fördergelder zur Umsetzung des Konzepts „Bergkamen mittendrin“ zu erhalten, hat sich indes zerschlagen. Marc Alexander Ulrich, Kämmerer und amtierender Baudezernent, denkt über alternative Finanzierungen nach.

Bergkamen – Im Zuge des 336,6 Millionen Euro schweren Städtebauförderprogramms 2022 unterstützt das Land NRW insgesamt 232 Projekte. Ulrich ist froh, dass immerhin 3,4 Millionen für Bergkamen und die IGA bewilligt wurden. „Es zeigt, dass das Land hinter dem Projekt steht und dieses dort eine hohe Priorität genießt.“

Zuletzt 1,18 Millionen

Für die Internationale Gartenausstellung 2027, an der sich weitere Städte der Metropole Ruhr beteiligen, gibt es keinen speziellen Fördertopf; Zuschüsse sind über die jährliche Städtebauförderung zu beantragen. Zuletzt hatte Bergkamen 1,18 Millionen Euro für den Bau eines IGA-Radwegs auf eigenem Terrain erhalten. Die Stadt gestaltet zusammen mit Lünen einen sogenannten „Zukunftsgarten“; beide Orte sollen über einen rund 22 Kilometer langen und kreuzungsfreien Radweg miteinander verbunden werden.

Innenstadt im Fokus

Um noch höhere Summen geht es beim Integrierten Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin“. 11,8 Millionen Euro an Zuschüssen hat sich die Stadt erhofft, knapp fünf Millionen wollte sie selbst für die vielen Einzelmaßnahmen zur Attraktivierung der Innenstadt zuschustern. Bereits im vergangenen Jahr war das Projekt angemeldet worden, nun geht Bergkamen abermals leer aus.

Gründe unbekannt

Die genauen Gründe dafür kennt Ulrich nicht. Dazu will er das Gespräch mit der Bezirksregierung suchen. „Ich kann mir aber natürlich vorstellen, dass sie in der Begrenztheit der Mittel zu suchen sind“, sagt er. Überdies sei Bergkamen zuletzt vom Land stets gut bedacht worden. Das betreffe neben der IGA auch das dritte Großprojekt auf hiesigem Stadtgebiet, den Bau der Wasserstadt Aden in Oberaden. Auch beim Bau des Grubenwasser-Pumpenhauses würden hohe Fördermittel fließen; die allerdings kämen vom Bund.

Das Mittendrin-Konzept

Mit dem Integrierten Handlungskonzept „Bergkamen mittendrin“ will die Stadt den Strukturwandel nach Ende der Bergbauzeit weiter begleiten. Insbesondere in den Bereichen rund um das Hallenbad und das Rathaus sowie in der Fußgängerzone und auf der Brachfläche Grimberg 1/2 stehen demnach größere Veränderungen an. Nach Abriss des Hallenbads (infolge des Bad-Neubaus in Weddinghofen) etwa soll dort Wohnraum entstehen. Die nahe gelegenen VHS soll einen Anbau und damit mehr Platz erhalten. Auf der Grimberg 1/2-Brache sollen sich Gewerbebetriebe ansiedeln können, zu erreichen über eine neue Erschließungsstraße ab dem Nordberg-Kreisverkehr.

Ob Bergkamen 2023 einen neuerlichen Anlauf zur Förderung von „Bergkamen mittendrin“ startet, hält Ulrich offen. „Wir müssen uns die Frage stellen, ob die Fördererwartung dann eine bessere ist“, sagt er. Die Entscheidung werde am Ende in Absprache mit der Politik fallen.

Ulrich nennt die Nichtförderung von „Bergkamen mittendrin“ eine „schlechte Nachricht“, groß enttäuscht sei er aber nicht, fügt er hinzu. „Wir sind mit den anderen Projekten gut ausgelastet und werden unsere Personalkapazitäten nun in diesen Bereichen bündeln.“

Mit eigenem Geld?

Alternativ zur Projektumsetzung mit Fördermitteln kann sich Ulrich vorstellen, erste Mittendrin-Projekte mit eigenem Geld zu stemmen. Allerdings sieht’s in der städtischen Kasse aktuell wenig rosig aus. Grund sind vor allem ausbleibende Gewerbesteuern. Mit 14,7 Millionen Euro hatte Ulrich in diesem Jahr geplant, 9,2 Millionen werden’s aber wohl nur.

„Das liegt an Einmaleffekten, aber auch an der allgemeinen Entwicklung“, erläutert der Kämmerer. Zwar könne die Stadt damit rechnen, dass die Ausfälle über die Schlüsselzuweisungen des Landes kompensiert werden. „Das hilft uns aber erst im nächsten Jahr“, verdeutlicht Ulrich.

Hangspielplatz

Mit den 3,4 Millionen Euro IGA-Förderung sollen unter anderem Erschließungs- sowie Grünanlagen mitsamt einem Hangspielplatz finanziert werden. Ulrich sieht in der Zusage aus Düsseldorf ein Signal, dass die Stadt bald auch eine positive Nachricht hinsichtlich der beantragten Tourismus-Förderung bekommt. „Die IGA 2027 wird für Bergkamen Motor für die nachhaltige tourismuswirtschaftliche Entwicklung sein“, betont er.

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