Weitere Termine geplant

L821n nimmt Formen an: Befürworter treffen auf Gegner in Bürgersprechstunde

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Die Bagger sind am Werk, der Kreisverkehr hat bereits Konturen. Der Bau der L821n ist nicht mehr zu übersehen. Am Donnerstag hatte Straßen.NRW zu einer Bürgersprechstunde auf die Baustelle geladen – und ein knappes Dutzend, überwiegend Oberadener war gekommen: vehemente Befürworter wie Straßengegner. Auf etliche Fragen gab es dabei Antworten.

Bergkamen – So umstritten der Bau der Straße nach wie vor ist: Für alle Verkehrsteilnehmer auf der Lünener Straße hatte Straßen.NRW eine gute Nachricht. Die Baustellenampel wird in der übernächsten Woche wieder verschwunden sein. „Wir benötigen die Ampel im Moment für die Arbeiten an den Hausanschlüssen“, erklärte Projektleiter Frank Hausendorf. 

Im Zuge des Kreisverkehrbaus werden neue Versorgungsleitungen gelegt, an die das so genannte Vier-Hausen angeschlossen werden muss. In einer Woche, maximal zehn Tagen, sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Auch sonst legt Straßen.NRW ein hohes Bautempo vor. „Vor Weihnachten wird die Asphaltdecke fertig sein“, glaubt Melanie Nölke, Leiterin der Abteilung Straßenbau bei Straßen.NRW.

Keine archölogischen Funde

Entgegen der Erwartungen fanden die Archäologen nämlich keine frühzeitlichen Spuren im Trassenverlauf bis zum Friedhofsweg, sodass deren Sicherung die Arbeiten nicht ausbremst. Bei der Baugrundsondierung auf Kampfmittel blieben lediglich drei kleinere Verdachtspunkte, denen noch nachgegangen wird. Der zweite Bauabschnitt über Kuhbach und am Heidegraben entlang bis zum zweiten neuen Kreisverkehr an der Schlenke soll bis 2022 erstellt werden. „Die europaweite Ausschreibung des Auftrags soll Ende des Jahres erfolgen“, sagte Nölke. 

Ein heiß diskutiertes Thema war die Entwässerung: An der Menge des fallenden Regens verändere die Straße aber nichts, erklärten Nölke und Hausendorf. Was künftig durch den Straßenkörper nicht mehr versickern könne, werde am Straßenrand jeweils in ein Meter breite und zwei Meter tiefe Kiesspeicher geführt, die die Fließgeschwindigkeit verzögerten und so als Pufferzone fungierten, bevor das Wasser in den Kuhbach geleitet werde. „Außerdem ist der Lippeverband nach unserem Kenntnisstand damit befasst, wasserwirtschaftliche Maßnahmen vorzunehmen“, erklärte Nölke. 

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Als Ausgleichspflanzungen wurden 160 Obstbäume als Streuobstwiese gepflanzt, weitere Biotope werden angelegt. Auf Höhe der Dornbrauck soll die L821n eine dichte Strauchbepflanzung erhalten. Ob es eine Beschilderung der L821n als offizielle Autobahnumleitung geben wird, konnte Straßen.NRW nicht sagen, dafür wäre die Bezirksregierung verantwortlich. Anschlüsse oder Abzweigungen für künftige mögliche Gewerbegebiete würden nicht erstellt. 

Bei den Baukosten rechnet Straßen.NRW weiterhin mit 14,5 Millionen Euro. „Die Berechnung stammt aus dem Jahr 2015“, sagte Hausendorf. „Wir sehen keinen Anlass, um zu sagen, dass das nicht passt“, ergänzte Nölke. Denn überwiegend ginge es um Erdbauarbeiten – „da bekommen wir sogar Geld, wenn wir den Boden woanders einbauen lassen“, erklärte Hausendorf. Die deutlich teureren Brückenbauwerke würden erst noch ausgeschrieben. Da müssten dann Angebote verglichen werden. Firmen zu finden, sei kein Problem. „Die Baufirmen sind im Moment nicht ausgelastet und warten händeringend auf Ausschreibungen“, erklärte Hausendorf. Einen Radweg entlang der L821n wird es nicht geben, Radfahrer dürften die Straße benutzen. „Es wird sich aber anbieten, besser das Wegenetz der Feldwege zu nutzen“, so die Fachleute, denn sie rechnen auf der L821n mit 7500 Fahrzeugen am Tag.

Mehr Sprechstunden geplant: 

Die Bürgersprechstunde soll zu einer regelmäßigen Einrichtung im Zuge des Straßenbaus werden. Den Vertretern von Straßen.NRW schwebt ein Abstand von vier bis sechs Wochen vor. Die Tage und Uhrzeiten sollen dabei variieren. In der Zeit dazwischen nehmen vor Ort Jochen Kröger von der Bauaufsicht und Ali Mohamad Anfragen entgegen.

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