Kunst mit Fernwirkung

Die neue Bergkamener Landmarke „Impuls“: Schon aus geringer Entfernung verschmelzen die LED-Lichter zu einer leuchtenden Säule.

BERGKAMEN ▪ Unübersehbar ist die neue Landmarke auf der Bergehalde „Großes Holz“ – zumindest in der Dunkelheit. Denn erst mit Anbruch der Dämmerung beginnen die 14 400 LED-Lichter am Kunstwerk der Brüder Dirk und Maik Löbbert pulsierend zu leuchten. Gestern wurde die 650 000 Euro teure Skulptur mit dem Titel „Impuls“ offiziell eingeweiht und in Betrieb genommen.

Am Nachmittag wurde im Rathaus schon mit Sekt auf das Werk angestoßen, das nun bald alle Gäste zu Gesicht bekommen sollten. Und bei den Minusgraden draußen war der Ratssaal sicher der bessere Ort für Grußworte. Bürgermeister Roland Schäfer sprach von „einem besonderen Ereignis für die Stadt Bergkamen und die ganze Region“. Er erinnerte daran, dass das 650 000 Euro teure Projekt aus Landesmitteln, einer Spende der RAG Montan Immobilien und aus Mitteln des Kulturprojektes „Hellweg ein Lichtweg“ (unter künstlerischer Leitung von Matthias Wagner K) realisiert wurde. „Wir haben immer gesagt: Wir wollen das Kunstwerk, aber wir haben keine städtischen Mittel dafür“, sagte Schäfer.

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Landmarke "Impuls" eine Lichtskulptur der Brüder Löbbe

Der Bergkamener „Impuls“ reiht sich nach Schäfer Ansicht gut in andere Lichtkunst der Region ein, etwa das Tetraeder in Bottrop und die Sonnenuhr in Herten. Auch die „Bergkamener Maßstäbe“ in vier Kreisverkehren der Stadt sind ein Werk von Maik und Dirk Löbbert. „Der ‚Impuls‘ setzt einen neuen Maßstab zu den vorhandenen“, sagte Schäfer. Das Werk strahlt – im wahrsten Sinne des Wortes – über Bergkamen hinaus. „Möge auch die Zukunft Bergkamens entsprechend leuchten“, wünschte der Bürgermeister.

Johannes Winkel vom Ministerium für Inneres und Kommunales NRW hatte ebenso nur wohlwollende Worte für das neue Schmuckstück – und auch für Bergkamen selbst: „Bergkamen gehört zu den Städten, die ausgesprochen solide und seriös mit dem Geld der Steuerzahler umgehen.“

Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien, sagte, die Entstehung der Bergehalde habe für die Bergkamener viel Dreck und auch viel Lärm bedeutet. Die Spende sei daher ein kleines Trostpflaster für die Bürger.

Schließlich ergriff auch Kurator Matthias Wagner K das Wort und sprach von einer Lichtmarke „par excellence“. Die Brüder Maik und Dirk Löbbert berichteten: „Wir sind Jungs aus dem Ruhrgebiet, unser Opa war auch ein Bergmann.“ Und so solle der „Impuls“ ein „Ehrenmal für die Bergleute Bergkamens und ein Denkmal für alle Kumpel weltweit“ sein.

Inzwischen war es draußen dunkel geworden und die Gäste wechselten vom Ratssaal in den sechsten Stock des Rathauses, von wo ein erster neugieriger Blick auf die neue Lichtkunst geworfen wurde. Nicht stetig, sondern pulsierend erstrahlt das Licht und wirkt wie ein organisches Ein- und Ausatmen. Nicht weniger faszinierend ist der Blick aus nächster Nähe. Und so begaben sich Gäste und Gastgeber mit einem Bus auf die Halde, wo auch die einzelnen LED-Leuchten deutlich zu erkennen waren. Die Besucher waren beeindruckt von der Leuchtkraft, die durch den rundum liegenden Schnee einen großen Teil der Halde erhellte.

Zahlen und Fakten

▪ 14 400 LED-Lichter leuchten am Kunstwerk „Impuls“.

▪ Sie befinden sich auf zwei Meter langen Leisten. 360 dieser Leisten wurden verbaut.

▪ Für den Sockel wurden 120 Tonnen Beton und fünf Tonnen Stahl verbaut.

▪ Die Lichtskulptur verbraucht weniger Energie als eine Herdplatte. „Bei voller Leuchtkraft werden etwa 2 500 Watt verbraucht. Durch das Pulsieren sind es im Schnitt aber nur noch etwa 1500 Watt“, erklärt Lichtdesigner Thomas Schmidt von Schmidt-Licht in Köln, der die Säule mit gebaut und konzipiert hat.

▪ Das Licht ist nicht gelblich warm, sondern weiß. Es hat eine Lichtfarbe von 4 000 Kelvin. Zum Vergleich: Tageslicht liegt bei 5 300 und mehr Kelvin. ▪ sb

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