Im Kulturreferat endete die Ära Jonas

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Verabschiedeten Susanne Jonas (mit Blumenstrauß), v.l. Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper, Personalratsvorsitzende Anika Smits, Bürgermeister Roland Schäfer, Personal-Chefin Jutta Rahn, Kämmerer und Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich, Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel.

Bergkamen - Im Kulturreferat der Stadt endete heute  eine Ära: Susanne Jonas war nicht nur lange Jahre verwaltungsmäßige Fachbereichsleiterin, sie war auch die einzige, die unter allen für die Kultur zuständigen Dezernenten tätig war.

1971 hatte Susanne Jonas als Auszubildende bei der Stadtverwaltung angefangen und wurde zum 1. Februar 1973 ins Angestelltenverhältnis übernommen. Nach Einsätzen im Ordnungsamt, bei der Stadtkasse, im Schulverwaltungs- sowie im Jugendamt wurde sie ab Dezember 1995 im heutigen Kulturreferat eingesetzt, dessen verwaltungsmäßige Leitung sie im Mai 2002 übernahm. Als sie begann, gab es jedoch noch das eigenständige Kulturdezernat unter Dieter Treeck. „Kurz darauf kam aber der Umbruch, die gesamte Struktur veränderte sich. Wir waren plötzlich kein eigenes Dezernat mehr. Keiner wusste so wirklich, wohin es auch für ihn selbst gehen würde. Das war für alle eine Umstellung“, erinnert sich Susanne Jonas. 

Inhalte änderten sich

Auch inhaltlich veränderte sich die Arbeit der Kulturabteilung: Die beiden Theaterreihen wurden eingestellt, stattdessen setzte man auf die Reihe Kabarett/Cabaret. Und mit der neuen Kulturreferentin Tanja Muschwitz und unter dem nun auch für die Kultur zuständigen damaligen Kämmerer Horst Mecklenbrauck begann die Zeit der Lichtkunst. 

Erstes Lichtkunstobjekt 

„Das war spannend“, sagt Jonas. „Das erste Lichtkunstobjekt war die beleuchtete Windkraftanlage an der Autobahn. Da wusste noch keiner etwas damit anzufangen und wie sich das Ganze überhaupt entwickeln würde“. Auch in der städtischen Galerie sohle 1 gab es plötzlich eine Kleinkunstbühne – mit einem besonderen Zweck: „Es sollten mehr Menschen die Ausstellungen sehen. Die Kunst sollte näher zu den Menschen kommen.“ . Nichts sei in der Stadt jedoch bis heute so umstritten wie die Lichtkunst, sagt Bürgermeister Roland Schäfer. Aber das sei auch gut so. „Kunst ist nicht das Sahnehäubchen auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig, die ihn bewegen soll.“ Und all diese Bewegungen und Veränderungen hätten auf dem Meer Kunst und Kultur in der Stadt zu teils heftigen Wellen geführt. 

Am Ruder der Kulturarbeit

„Susanne Jonas stand aber immer mit am Ruder des Bootes Kulturarbeit“, bleibt die amtierende Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel im Bild, „und hat uns auch durch die Verwaltungswogen hindurchgefädelt.“ Ob die Gründung der Jugendkunstschule 2003, die Wechsel in der Leitung von Stadtmuseum und Stadtbibliothek, das Kommen und Gehen neuer Dezernenten und in den vergangenen Monaten der Übergang zu Kämmerer Marc Alexander Ulrich und das Einarbeiten von drei neuen Kollegen: All das stemmte Susanne Jonas äußerlich gelassen. „Ich bin aber in letzter Zeit oft mit Bauchschmerzen zur Arbeit gekommen und habe mich gefragt, ob ich eigentlich fertig werden würde“, gesteht Jonas, die nun in die Freizeitphase der Altersteilzeit einsteigt. Kurz vor ihrem Ausstand organisierte sie nämlich auch noch die Silvester-Gala.

David Zolda wird Nachfolger

„Als Team waren wir einfach unschlagbar“, schreibt Simone Schmidt-Apel der scheidenden Kollegin ins Stammbuch. Denn Jonas scheute sich weder vor ungewöhnlichen Arbeitszeiten noch ungeplanten Einsätzen bei Abendveranstaltungen. Große Fußstapfen für David Zolda, der zum 1. März die Nachfolge von Susanne Jonas antreten wird. Zu allererst, so betont Susanne Jonas zum Abschied, werde sie ihr Klavier stimmen lassen und endlich Unterricht nehmen – natürlich an „ihrer“ Musikschule.

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