Tierpfleger registrieren mehr Anfragen

Seit Corona-Pandemie: Weniger Tiere im Heim

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Vor allem Katzen sind derzeit im Tierheim untergebracht. Es sind aber nur halb so viele wie üblich.

Viel Gebell und Miaue ist zu dieser Zeit normalerweise im Tierheim des Kreises in Unna zu hören. Normalerweise, denn derzeit ist es dort ungewöhnlich ruhig.

Kreis Unna – „Seit Beginn der Corona-Krise haben wir ziemlich wenig Tiere im Tierheim. Wir dachten, spätestens im April, Mai oder Juni kommen sowieso wieder Jungkätzchen zu uns, aber das bleibt noch aus“, erzählt Marie Göttsche, festangestellte Tierpflegerin im Tierheim. Momentan leben dort 25 Katzen. „Normalerweise sind es locker doppelt so viele“, sagt Göttsche. Und auch die Anzahl der Hunde, von denen es derzeit zehn im Tierheim gibt, liege normalerweise zwischen 15 und 20.

„Nur bei den Kleintieren ist es relativ normal geblieben zu dieser Jahreszeit“, berichtet Göttsche. Acht Kaninchen, eine Kornnatter, ein paar Farbmäuse, Degus und eine Sumpfschildkröte werden derzeit von den Tierpflegern umsorgt.

Göttsche ist aufgefallen, dass sich seit Beginn der Pandemie mehr Menschen für Tiere aus dem Tierheim interessieren.

Prinzipiell seien sie und ihre Kollegen froh, dass sich derzeit so wenig Tiere im Heim befinden, doch das gewachsene Interesse in dieser besonderen Zeit verursacht auch ein „bisschen Bauchschmerzen“.

„Es gibt super viele Anfragen, was die Tiervermittlung angeht. Aber wir müssen gut aussortieren, wer auch auf lange Sicht ein Tier haben möchte“, sagt die Tierpflegerin, denn es seien auch viele unter den Interessierten, die jetzt noch einige Wochen im Home-Office arbeiten und die Zeit für ein Haustier nutzen wollen. Doch die Befürchtung, dass nach dieser Zeit viele dieser Tiere abgegeben werden, ist groß, wie Göttsche erzählt. „Man sollte sich gedanklich in den Normalzustand zurückversetzen und sich fragen, ob man dann immer noch Zeit und Lust auf ein Tier hat“, rät sie allen, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Tier zuzulegen.

Neben der Befürchtung, dass bald wieder mehr Tiere abgegeben werden könnten, gibt es noch ein weiteres „relativ akutes“ Problem, erzählt Göttsche: „Leider gehen die Welpen-Schleuser wieder zur Sache.“ Diese schmuggeln die Welpen aus Osteuropa oft unter schlimmen Bedingungen, eingesperrt in kleinen Käfigen oder Kisten, nach Deutschland.

„So langsam merkt man, dass wieder Tiere reinkommen. Es tut sich was bei den Abgabeanfragen“, sagt Göttsche. Doch die Hoffnung bleibt, dass die befürchtete Welle an Abgaben nicht eintrifft. Die Tierpflegerin rät: „Wer sich ein Haustier zulegen möchte, sollte sich am besten im örtlichen Tierheim informieren und Rat einholen. Ein persönliches Gespräch ist immer besser, um auf die jeweilige Situation einzugehen.“

Neuer Besitzer für Nagetier-Bande gesucht

Das Tierheim sucht aktuell ein neues Zuhause für acht Degus. Bei der Nagetier-Bande handelt es sich um fünf Böckchen und drei Weibchen, die ausgesetzt wurden. Aktuell werden die Weibchen von den Männchen getrennt gehalten, allerdings ist noch nicht auszuschließen, dass die drei Degu-Damen tragend sind. Sie sind relativ zahm, jedoch definitiv keine Kuscheltiere, die fürs Kinderzimmer geeignet sind. Es werden verantwortungsbewusste Halter gesucht, die den Tieren ein artgerechtes Zuhause auf Lebenszeit geben möchten. Im Tierheim sitzen außerdem noch zehn Farbmäuse und eine Kornnatter, die ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Vermittlungen finden nur nach Terminabsprache statt. Weitere Infos zum Tierheim gibt es auf www.kreis-unna.de.

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