Steigerung der Impfstoffmengen erwartet

Kreis Unna richtet zusätzliche Impfstraßen ein - „Kontakte werden verheimlicht“

Mit der Luca-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung sparen Geschäfte und Kunden Zeit. Bei Eintritt wird ein Barcode eingelesen, hinterher checkt man wieder aus.
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Mit der Luca-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung sparen Geschäfte und Kunden Zeit. Bei Eintritt wird ein Barcode eingelesen, hinterher checkt man wieder aus.

Im Impfzentrum in Unna sollen mit der Zeit weitere Impfstraßen eingerichtet werden. Das teilt der Kreis Unna auf Anfrage mit. Zudem registriert die Behörde ein sinkendes Verständnis für Quarantäne-Maßnahmen. Hier die Einzelheiten:

Um wie viele neue Impfstraßen geht’s?
Derzeit sind sechs Impfstraßen geöffnet. Laut Kreis-Sprecher Max Rolke können im Impfzentrum in der Kreissporthalle II (Platanenallee 20a in Unna) bis zu vier weitere Impfstraßen eingerichtet werden.
Was ist der Grund für die Öffnung weiterer Impfstraßen?
Laut Rolke sind die Impfstoffmengen für den Kreis zwischenzeitlich gestiegen. Ab Juni würden sie voraussichtlich weiter steigen.
Wie viel Impfstoff-Dosen sind derzeit für den Kreis Unna verfügbar?
Das Landesgesundheitsministerium stellt dem Impfzentrum wöchentliche Impfstoffkontingente für Erstimpfungen zur Verfügung. Für die aktuelle Kalenderwoche gibt es 6708 Impfdosen, für die Folgewochen jeweils 2640. Ab Juni wird wiederum mit größeren Impfstoffmengen gerechnet.
Wie oft wurde bereits im Impfzentrum geimpft?
Nach den Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe wurden bis einschließlich Dienstag 50.138 Erst- und 16.194 Zweitimpfungen vollzogen. In den Arztpraxen wurden mittlerweile knapp 20.000 Spritzen gesetzt.
Wie klappt die Kontaktpersonen-Nachverfolgung derzeit?
„Es können alle positiven Fälle am Tag des Eingangs bearbeitet werden“, sagt Rolke. Derzeit beobachteten die Kolleginnen und Kollegen aber, dass die Ermittlungen aufwendiger werden, da das Verständnis der Bürger für die Maßnahmen abnehme. „Viele sind schon ein zweites, drittes Mal in Quarantäne. In den Gesprächen werden dann Kontakte verheimlicht oder die Quarantäne-Anordnungen werden nicht mehr ernst genommen.“ Das sei ein Problem, da die Quarantäne nach wie vor ein wichtiges Instrument sei, Infektionsketten zu unterbrechen.
Helfen die Kunden-Listen aus den Geschäften bei der Nachverfolgung?
Listen werden laut Rolke nur angefordert, wenn der Besuch des Geschäfts in den Ermittlungszeitraum falle. Wenn die Listen gut gepflegt seien, könnten Kontaktpersonen darüber gut identifiziert werden.
Hat die Luca-App schon Daten geliefert, anhand derer Kontakte ermittelt werden konnten?
Bisher wurden noch keine Kontaktdaten über die Luca-App angefordert. Der Kreis ist aber nicht darüber informiert, in welchen Geschäften beziehungsweise Institutionen die App zur verschlüsselten Kontaktnachverfolgung eingesetzt wird. Am Mittwoch teilte zum Beispiel die Stadt Bergkamen mit, dass sich Besucher des Rathauses jetzt über die App per Smartphone registrieren lassen können. Man befürworte ausdrücklich die Nutzung der App, heißt es in einer Mitteilung. „Die digitale Kontaktnachverfolgung durch Luca ist ein wichtiger Baustein bei möglichen Öffnungsschritten hin zur Normalität“, wird Bürgermeister Bernd Schäfer zitiert. Für das Rathaus selbst gilt allerdings weiterhin: Persönlicher Zutritt ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Ist die Nachverfolgung nicht viel komplizierter geworden, weil es mehr Daten gibt?
„Nein“, sagt Rolke. Daten würden automatisch vom System verarbeitet und hochgeladen. „Es gibt derzeit zahlenmäßig zwar mehr Kontakte aufgrund der Lockerungen im März/April, aber die Daten sind übersichtlicher und besser aufbereitet.“
Wie viele Personen arbeiten derzeit an der Nachverfolgung?
Derzeit kümmern sich 90 Mitarbeiter und 15 Bundeswehrsoldaten um die Nachverfolgung.

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