Die zweite Welle rollt an:

Kliniken im Kreis Unna bereiten sich auf mehr Corona-Patienten vor.

Sankt-Christophorus-Krankenhaus in Werne
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14 Intensivplätze gibt es im Sankt-Christophorus-Krankenhaus in Werne. Bei Bedarf können dort fünf weitere fünf Plätze eingerichtet werden.

Bergkamen – Steigende Corona-Neuinfektionen sind derzeit im Kreis Unna zu verzeichnen. Das Niveau der ersten Welle im Frühjahr ist in einigen Städten und Gemeinden teils bereits überschritten. Der Westfälische Anzeiger hat in den Krankenhäusern nachgefragt, was das für die medizinische Versorgung bedeutet.

In Unna fusionieren aktuell das katholische Katharinen-Hospital Unna und das Evangelische Krankenhaus Unna zum Christlichen Klinikum Unna (CKU). Zum Stand der Abfrage am Freitag waren im Evangelischen Krankenhaus von 16 Intensivbetten elf belegt. Im Katharinen-Hospital gibt es 20 Intensivbetten, 14 davon waren am Freitagvormittag belegt. Das EVK kann nach eigenen Angaben seine Intensivkapazitäten auf 25 Betten ausbauen, das Katharinen-Hospital hat erweiterte Kapazitäten bis zu 28 Betten.

Wegen der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen gibt es in Unna keine neuen Beschränkungen für Besucher, wie die Sprecherinnen Bettina Szallies (EVK Unna) und Karin Riedel (Katharinen-Hospital) gemeinsam mitteilten. „Im Evangelischen Krankenhaus und im Katharinen-Hospital gilt – wie in allen anderen Krankenhäusern im Kreis Unna und im Raum Dortmund auch – seit Beginn der Corona-Pandemie ein Besuchsverbot zum Schutz unserer Patienten und unserer Mitarbeitenden.“ Ausnahmen seien in Absprache mit dem behandelnden Arzt möglich. In der Geburtshilfe gilt, dass der Vater die Mutter zur Entbindung begleiten darf. Auch nach der Entbindung darf der Vater täglich die Familie im Zimmer besuchen. Der Regelbetrieb sei in beiden Einrichtungen nicht eingeschränkt.

Besuchsverbot gilt weiter in allen Krankenhäusern

Das Sankt-Christophorus-Krankenhaus Werne hat regulär 14 Intensivbetten. Laut Standortleiter Ludger Risse schwankt die Belegung selbst innerhalb eines Tages stark. „Durchschnittlich sind dort zwischen elf und zwölf Patienten“, teilte Ludger Risse mit. Bei Bedarf kann das Krankenhaus jedoch weitere fünf Plätze einrichten. „Das halten wir räumlich vor, wir hoffen aber sehr, dies niemals tun zu müssen. Das wäre ein gewaltiger personeller Kraftakt, der andere Bereiche des Krankenhauses dann deutlich einschränkt“, erklärt Ludger Risse.

Auch in Werne gilt nach wie vor Besuchsverbot. Nur Härtfälle werden einzeln organisiert. „Wir halten uns an die gemeinsamen Regeln, welche im Kreis Unna abgesprochen wurden.“ Weniger dringende Operationen werden derzeit in Werne nicht verschoben. „Wir sind eher bemüht, die verschobenen Behandlungen und Operationen nachzuholen. Derzeit haben wir sogar OP-Kapazitäten dafür erweitert“, erklärt der Standtortleiter.

Im Partner-Krankenhaus der Werner Einrichtung, dem Sankt-Marien-Hospital in Lünen ist am Sonntag keine genaue Zahl über die aktuellen Intensivkapazitäten zu ermitteln gewesen.

Corona-Schwerpunkte gebildet

Das Hellmig-Krankenhaus in Kamen und die Klinik am Park in Lünen gehören beide zum Klinikum Westfalen. Covid-Patienten werden dort nicht betreut. „Unser mit den Gesundheitsämtern abgestimmtes Konzept sieht vor, dass wir dort keine Covid-Patienten betreuen. Sollte bei einem als Notfall aufgenommenen Patient eine Covid-Erkrankung diagnostiziert werden, so wird dieser in das Knappschaftskrankenhaus nach Dortmund verlegt. Dieses Haus ist als Corona-Schwerpunkt-Krankenhaus benannt. Hier halten wir permanent Kapazitäten für Covid-Patienten für die Betreuung auf einer spezialisierten Normal-Station wie für intensivmedizinische Betreuung vor“, teilte Pressesprecher Klaus-Peter Wolter mit. Bei Bedarf könnten dort schrittweise weitere Kapazitäten freigegeben werden. „Die Möglichkeiten dafür sind seit dem Frühjahr deutlich ausgeweitet worden – inklusive neuer intensivmedizinischer Technikausstattung wie auch entsprechender Mitarbeiterschulung“, so Wolter.

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