Sammelimpftermine für Lehrer und Erzieher

Kostenlose Schnelltests ab Montag? Der Kreis Unna wartet auf Vorgaben vom Land

Ob in den Testzentren in Unna und Lünen kostenlose Tests durchgeführt werden können, ist noch unklar.
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Ob in den Testzentren in Unna und Lünen kostenlose Tests durchgeführt werden können, ist noch unklar.

Kostenlose Schnelltests für alle und verschiedene Öffnungszenarien ab Montag – die Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin hat sich am Mittwoch auf ein neues Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Kreisverwaltung wartete am Donnerstag aber auf konkrete Vorgaben vom Land.


Kreis Unna – Es ist nicht mehr viel Zeit, bis viele Menschen am Montag einen kostenlosen Schnelltest oder zumindest einen Termin haben wollen. Da zählt jede Stunde. Doch erst muss das Land aktiv werden und die Beschlüsse schriftlich verlautbaren. Vorher mache es, laut Rolke, keinen Sinn, aktiv zu werden. Mit den Inzidenzwerten, an die die Öffnungsschritte nun explizit geknüpft wurden, rückt auch die Teststrategie des Kreises in Blick. Der Sprecher erklärt, wie das hiesige Gesundheitsamt verfährt und wie das anstehende Impfen von Lehrern und Erzieher organisiert wird.

Was ist in Bergkamen und im Kreis erlaubt?

Nach den Frisören dürfen ab Montag Blumengeschäfte, Buchhandlungen und Gartenmärkte öffnen. Je nach Ladengröße gelten dabei Vorgaben von einem Kunden auf zehn beziehungsweise 20 Quadratmeter. Fahrschulen sowie körpernahe Dienstleistungen können wieder Termine anbieten, teilweise muss aber ein tagesaktueller Test vorliegen. Da der Kreis seit Wochen eine Inzidenz über 50, aber unter 100 aufweist, gelten zudem folgende Regeln: Im Einzelhandel ist mit dem sogenannten „Terminshopping“ ein Kunde auf 40 Quadratmetern erlaubt. Museen, Galerien und Gedenkstätten können mit vorher ausgemachtem Termin besucht werden. Kontaktfreier Sport ist mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten (oder bis zu 20 Kindern) draußen möglich.

Wie bewertet Bürgermeister Bernd Schäfer die Beschlüsse?

„Den letzten beißen die Hunde“ – so hat es Bürgermeister Bernd Schäfer in einer ersten Reaktion auf die jüngsten Corona-Beschlüsse der Länderrunde nicht wörtlich gesagt. Aber es steckte viel davon in seinem Blick auf die Rolle der Kommune als letztem Glied der administrativen Kette: verpflichtet, die Dinge umzusetzen und dem Bürger zu vermitteln. Ganz gleich, ob das Verständnis noch reicht oder mittlerweile verschlissen ist. „Ich gebe recht wenig auf das, was bei der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen worden ist. Für uns als Kommune ist einzig verbindlich, was das Land davon in seine Corona-Verordnung schreibt – und da haben wir schon manche Abweichung erlebt“, sagte der Verwaltungschef auf die Bitte nach einer ersten Stellungnahme.

Schäfer gestand den Politikern in Bund und Land gleichwohl zu, vor einer schwierigen Abwägung möglicher Lockerungen in Abhängigkeit zur Inzidenz zu stehen. Dass aber mal der Wert von 35 Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100 000 Einwohner zum gesunden Maß erklärt werde, jetzt aber neue Grenzen gelten, offenbare das Dilemma – auch der Kommune: „Wir sind es, die das alles umsetzen und dem Bürger vermitteln sollen, auch wenn er es nicht mehr versteht.“ Etwa, weil der neue Fünf-Stufen-Plan samt der Fristen und „Notbremsen“-Regeln nur schwer zu durchschauen sei.

„Das zeigt vor allem, dass wir uns noch sehr lange mit dem Thema beschäftigen müssen“, lautet das Fazit des Bürgermeisters. „Für die ersehnte Rückkehr zur Normalität müssen wir die breite Masse zügig impfen.“

Wo und wann gibt es kostenlose Tests?

Jeder Bürger soll zumindest einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest machen dürfen. In diesem Punkt sind noch viele Details offen. Zuallererst, ob die beiden Corona-Testzentren des Kreises in Lünen und Unna das durchführen sollen. Es ist von vom Land betriebenen und kommunalen Einrichtungen die Rede – beide gibt es hier bislang aber nicht. Auch die Organisation muss noch geklärt werden. „Wir haben noch keine konkrete Vorgabe, auf deren Basis wir entscheiden können. Wir brauchen das schwarz auf weiß vom Land“, sagt Kreissprecher Rolke.

Dabei gehe es darum, was das Land übernimmt und was der Kreis zu leisten habe. Erst dann könnten Pläne bezüglich der Umsetzung entwickelt werden. „Das Land muss in Vorlage gehen, wir hängen uns dann dran“, so Rolke. Wie die Bestellung der Schnelltests, wie die Durchführung vor Ort und eine etwaige Terminvergabe abgewickelt werden soll oder ob es realistisch ist, am Montag zu starten. Alles noch nicht festgelegt. Am Donnerstagnachmittag tagte Gesundheitsdezernent Uwe Hasche mit Vertretern der NRW-Regierung per Videokonferenz.

Wie testet der Kreis aktuell?

Mit den Entscheidungen der Ministerpräsidenten rückt die Sieben-Tage-Inzidenz noch stärker in den Blickpunkt und damit die Teststrategie der Kreise, die nicht überall in NRW gleich ist. So wird in Münster, wo die Inzidenz bei 34,3 liegt, die erste Kontaktgruppe eines Neuinfizierten zwar in Quarantäne geschickt, aber nur bei Symptomen oder auf eigenenWunsch getestet. Der Kreis Unna verfährt strenger und testet alle Nummer-1-Kontakte, darüber hinaus trifft ein Arzt die Entscheidung, ob weitere Tests veranschlagt werden. „Lieber einmal zu viel als zu wenig“, sagt Rolke.

Wie geht es beim Impfen weiter?

Ab sofort sollen Lehrer an Grund- und Förderschulen sowie Kita-Erzieher geimpft werden. Der Kreis fragt derzeit bei den in Frage kommenden Einrichtungen ab, wie viele sich impfen lassen wollen und vereinbart dann Sammeltermine im Impfzentrum. Auch der Einsatz mobiler Teams soll möglich sein. Geimpft wird standort- nicht wohnortbezogen.

3330 Impfdosen hat der Kreis dafür „in einer ersten Rutsche“ beantragt und angewiesen bekommen. Sie zu verabreichen, werde etwa einen Monat dauern, so Rolke. Sind die zugesagten Dosen verplant, könne nachgeordert werden. Bisher seien alle Wünsche des Kreises erfüllt worden. Das Kontingent von der Gesamtmenge für NRW bezieht sich auf die Einwohner.

Was plant der Handel?

Die Beschlüsse der Länderchefs könnten bereits ab nächster Woche konkrete Auswirkungen auf den Einzelhandel in Bergkamen haben. Erste Kunden könnten nach Terminvereinbarung wieder die Läden betreten. Wie das genau ablaufen soll, ist aber auch vielen Händlern noch unklar. Auch hier bestand am Donnerstag die erste Hürde darin, dass die Regelungen gar nicht niedergeschrieben waren.

Erschwerend kommt besonders für deutschlandweit tätige Firmen hinzu, dass in den unterschiedlichen Niederlassungen andere Inzidenzen und in verschiedenen Bundesländern andere Öffnungsdetails zu beachten sein könnten. „Das Poco-Krisenteam berät derzeit, wie Poco mit den jüngsten Beschlüssen umgeht“, heißt es daher zum Beispiel aus der Presseabteilung des Möbel-Discounters.

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