Besondere Sorgfalt gefordert: Letzte Förderschulen Mittwoch startklar

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Die Förderschule für Geistige Entwicklung in Bergkamen-Heil startet am Mittwoch wieder mit dem Unterricht.

Bergkamen/Kreis Unna - "Zügig zurück in die Schule" ist die Devise des Landes, jetzt auch für Förderschüler. Aber das ist nicht so einfach:

Ihre eigene Lektion „Sprachförderung“ scheinen die Verantwortlichen im Schulministerium des Landes wohl gelernt zu haben. In einem „Verantwortungsdreieck aus Schulleitungen (...), der Schulaufsicht und dem Schulträger“, so wohlfeil formuliert es Ministerin Yvonne Gebauer, werde ab kommenden Montag auch in allen Förderschulen der Betrieb wieder aufgenommen. Den Verantwortlichen im kommunalen Winkel des Dreiecks kommen bei der Umsetzung dagegen Worte wie „Kraftakt“ über die Lippen.

"Das geht nicht so hopplahopp"

Denn auch hier ist Öffnung leichter gesagt als getan, heißt es dazu sinngemäß aus dem Unnaer Kreishaus. Nach der Öffnung für die Abschlussklassen und der Rückkehr der Primarschüler in den Fördereinrichtungen als nächstes, wie am Dienstag verkündet, auf ganzer Breite des Förderschulwesens das geforderte schulspezifisches Konzept abzustimmen, „geht nicht mal so hopplahopp, wie es in Düsseldorf verkündet wird“, bewertete Kreissprecher Max Rolke die nötigen Vorbereitungen.

"Brauchen mehr Zeit für Vorbereitungen"

Dabei stehen nun die Förderschulen für Geistige Entwicklung sowie Körperliche Motorische Entwicklung (die es im Kreis Unna nicht gibt) im Fokus, und damit ganz spezielle Anforderungen dieser Schülerschaft. „Bis Montag, 25. Mai, ist das nicht zu stemmen, wir brauchen hier mehr Zeit für die Vorbereitungen“, sagte Rolke weiter. Am Mittwoch, zwei Tage später, solle der Betrieb aber auch in der Karl-Brauckmann-Schule (Holzwickede) und der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen-Heil starten. 

Mittagessen und Schulbus sind Knackpunkte

Das sind die beiden Förderschulen für Geistige Entwicklung des Kreises. Hier gehe die Sicherung des Infektionsschutzes für Schüler wie Lehrer mit besonders hohen Anforderungen einher. Zumal es sich um ganztagsschulen handelt und unter strengeren Hygiene- und Abstandsregeln auch die Mittagsverpflegung gesichert werden muss. Da reiche schon die Mensa nach altem Zuschnitt nicht. Außerdem ist hier Schülerspezialtransport zu bewerkstelligen, in der Regel mit kleineren behindertengerechten Bussen. „Wir brauchen auf jeden Fall mehr Fahrzeuge, die Kollegen arbeiten intensiv daran“, so Rolke. Auch die Busbegleitung müsse überdacht werden. Die jeweiligen Schulen würden die Eltern aber direkt informieren, wann und auf welchem Wege ihre Kinder zur Schule und wieder nach Hause gelangen.

Tageweise Schule bis zu den Ferien

Laut Ministerium „soll ein Einvernehmen mit den Eltern erzielt sowie ein transparenter und verbindlicher Plan erarbeitet werden, aus dem ersichtlich wird, an welchen Tagen die einzelnen Schülerinnen und Schüler bzw. die verschiedenen Lerngruppen bis zu den Sommerferien Präsenzunterricht haben.“ Das werde, wie an anderen Schulen auch, zur Bildung von kleineren Lerngruppen führen, abhängig von den räumlichen und personellen Kapazitäten. Dazu müssen Laufwege und ähnliches eingerichtet werden, damit die Gruppen nicht in Kontakt zueinander geraten. 

Ortsnahes Angebot für 1.250 Kinder

„Das ist schon ein sportliches Programm“, sagte Rolke. Zumal der Kreis Unna nach dem Niedergang der städtischen Förderschulen ja auch mit einem Trägerverbund eingesprungen ist, um ein ortsnahes Angebot von Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen und Emotionale Entwicklung als Alternative zur Inklusion zu erhalten. Dabei geht es in Summe um 1 250 Kinder.

Förderschulen und -schwerpunkte

Geistige Entwicklung: Karl-Brauckmann-Schule 200 Schüler, v.-Bodelschwingh-Schule 290. Sprache (Primarstufe): Sonnenschule Kamen 200. Emotionale/soziale Entwicklung: Regenbogenschule Rünther u. Fröndenberg 100. Lernen und emotionale Entwicklung: Förderzentrum Süd (Unna) 200, Förderzentrum Nord (Lünen) 300 Schüler.

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