Mehr Eigeninitiative

Kommunion in Bergkamen: Neues Konzept hat sich bewährt

Die Hostie empfangen, sich zum Glauben bekennen: Die Kommunion ist ein wichtiges Ereignis für viele Kinder. Die Vorbereitung darauf läuft seit dem vergangenen Jahr in Bergkamen anders ab. Das Fazit des Pastoralverbundes fällt positiv aus – trotz Verbesserungspotenzial. 

Was wurde verändert? 

Die regelmäßigen Treffen der Kommunionvorbereitung hat der Pastoralverbund abgeschafft. Stattdessen erhalten die Kinder einmal pro Monat bei einem Weggottesdienst Einblicke in den Ablauf eines Gottesdienstes und in Glaubensinhalte. „Die religiöse Betreuung und Erziehung überlassen wir den Eltern“, sagt Pastor Sebastian Zimmert, der die Kommunionvorbereitung organisiert. Ob sechs, acht oder zehn Jahre: Eine Beschränkung im Bezug auf das Alter ist weggefallen. Die Vorbereitung beginnt nicht mehr im zweiten Schuljahr und endet im dritten. Stattdessen können die Eltern selbst entscheiden, wann ihr Kind die Kommunion empfängt. Dafür müssen sie aber auch selbst daran denken, ihr Kind anzumelden. „Aber das schaffen Eltern bei Sportvereinen auch“, sagt Zimmert. Benachrichtigungen per Brief oder Flyer fallen seit dem vergangenen Jahr weg. 

Warum wurde das Konzept verändert? 

„Wir hatten mehrere Gründe, die Vorbereitung zu verändern“, sagt Zimmert. Zum einem habe es gravierende personelle Veränderungen gegeben. „Außerdem gibt es immer weniger Eltern, die sich ehrenamtlich engagieren. Viele haben wegen ihres Berufes wenig Zeit“, erklärt Zimmert. Es fehlten Kräfte bei der Vorbereitung. 

Welche positiven Auswirkungen hatte die Veränderung? 

Durch die Einladungen zur Kommunionvorbereitung habe sich die Gemeinde früher auch kirchenfernen Familien aufgedrängt. „Für viele war die Kommunion eher Pflicht als Überzeugung“, sagt Zimmert. Es habe ein Gruppendrang geherrscht. „Weil alle gehen, muss auch mein Kind zur Kommunion.“ Dies sei nun anders. „Jetzt melden nur interessierte Eltern ihre Kinder an. Das macht die Atmosphäre angenehmer“, sagt Zimmert. 

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Welche negativen Auswirkungen hatte die Veränderung? 

„Wir hatten die Sorge, dass sich gravierend weniger Kinder anmelden“, sagt der Pastor. Dies sei zwar nicht geschehen. Trotzdem: Es empfangen weniger Kinder die Kommunion. Er ist sich sicher: „Wenn man etwas aus Überzeugung tut, muss man das gegen alle Zweifel tun. Das ist bei jeder Veränderung so.“ Das Bild der Kirche verändere sich. „Die Kirche und Religion spielen bei vielen Menschen eine geringere Rolle. Deshalb ist es realistisch, dass weniger Kinder dabei sind“, bilanziert der Pastor. 

Welche Rückmeldungen gibt es aus der Gemeinde? 

„Natürlich gibt es noch Verbesserungspotenzial“, sagt Zimmert. Weil es keine ausführliche Vorbereitung für die Kinder mehr gibt, vermissen viele Eltern das Gemeinschaftsgefühl. „Einige vergleichen die Situation mit ihrer eigenen Kommunion, die ganz anders abgelaufen ist“, verdeutlicht der Pastor. Er gibt zu: „Das stimmt wohl. Aber durch die immer größer werdenden pastoralen Räume ist das sowieso der Fall.“ Positive Rückmeldungen habe er vor allem für den Umgang mit Eltern und Kindern erhalten. „Uns wurde oft gesagt, dass wir sehr gut mit den Menschen umgehen“, fasst er zusammen.

Ein Informationsabend für alle, die ihr Kind im kommenden Jahr zur Erstkommunion führen wollen, findet am Donnerstag, 26. September, um 19 Uhr im Pfarrheim St. Michael statt.

Rubriklistenbild: © dpa

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