Der Umbau geht weiter

Kohle-Optik und schmucker Vorplatz: Stadtmuseum soll Ende 2021 „schleichend“ in Betrieb gehen

Der Anbau des Stadtmuseums mit dem neuen Haupteingang (links) ist bereits fertig, jetzt geht es an die Innenausstattung. Der Bediensteten-Parkplatz vor dem Gebäude verschwindet zugunsten eines gepflasterten Platzes.
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Der Anbau des Stadtmuseums mit dem neuen Haupteingang (links) ist bereits fertig, jetzt geht es an die Innenausstattung. Der Bediensteten-Parkplatz vor dem Gebäude verschwindet zugunsten eines gepflasterten Platzes.

Das Stadtmuseum Bergkamen mit der Galerie „sohle 1“ in Oberaden soll gegen Ende des Jahres sukzessive wiedereröffnet werden. Bis dahin gehen Umbau und Neugestaltung weiter. Der Kulturausschuss einigte sich jetzt auf weitere Maßnahmen.

Bergkamen – So soll das Eingangsfoyer im neu errichteten Anbau als Reminiszenz an den früheren Bergbau im Steinkohle-Design glänzen, der Vorplatz der Einrichtung soll unter anderem einen kleinen Spielplatz für Kinder erhalten, für den Bergbau-Lehrstollen hinter dem Museumsgebäude ist eine Berankung geplant.

Fast eine Stunde widmete sich der Ausschuss dem künftigen Aushängeschild der Stadt. Beobachter wähnten sich fast schon in einer Baubesprechung. Zunächst ging es um die Gestaltung von Foyer und Cafeteria. Soll sie eine Holz-, Beton- oder Kohle-Optik bekommen?

Das Thema Kohle durchzieht das gesamte Museum. Daher soll der Empfangstresen im Neubau mit Fiberglas-Platten in Kohle-Optik versehen werden.

Am Ende stimmte das Gremium für Letzteres und folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung: Am Eingangstresen sollen schwarze Fiberglas-Platten eingebaut werden, die den Anschein eines Kohleflözes erwecken. Damit bekomme das Museum ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, hieß es. Ohnehin ziehe sich das Thema Kohle wie ein roter Faden durchs Haus. Die Bestuhlung der Cafeteria werde darauf abgestimmt.

Das Stadtmuseum solle „schleichend“ in Betrieb genommen werden, erläuterte Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich in der Sitzung. Allerdings erst, wenn der Vorplatz schon halbwegs einladend wirke. Dazu beitragen soll eine Terrasse, die am Anbau errichtet werden soll. Besucher sollen hier in Ruhe Kaffee trinken können und den kleinen Spielplatz im Blick behalten können. Deren Spielgeräte sollen nicht an die Steinkohle-Ära, sondern an die Römerzeit in Bergkamen erinnern. Gedacht ist unter anderem an einen Streitwagen.

Bediensteten-Parkplatz verschwindet

Der Bediensteten-Parkplatz gleich vor dem Museum verschwindet zugunsten eines größeren Platzes, der beige gepflastert und mit Naturstein eingefasst werden soll. Hier könnten sich Gruppen treffen, die gemeinsam eine Ausstellung besuchen möchten, hieß es. Hier könnten überdies etwa auch kleinere Weihnachtsmärkte veranstaltet werden.

Der öffentliche Parkplatz südlich des Stadtmuseums bleibt bestehen, erhält aber teils vergrößerte Stellflächen für Familienfahrzeuge. Dadurch reduziere sich die Gesamtzahl der Parkplätze um fünf bis acht, hieß es. Zudem hier geplant: eine Reparaturstation für Fahrräder, wie es sie etwa schon am Rathaus in Mitte gibt.

Der Haupteingang ins Gebäude wird zum neuen Anbau hin verlegt. Er wird über Treppen- und Rampenanlagen vom Vorplatz sowie vom Parkplatz aus zu erreichen sein. Auch hier ist an besondere Gestaltungselemente gedacht wie etwa beleuchtete Handläufe und Lichtleisten im Boden, die in Richtung Haupteingang weisen.

Zweite Terrasse hinter dem Gebäude

Dass der Lehrstollen berankt wird, hängt mit den Planungen für eine zweite Terrasse hinter dem Museum zusammen. Wer hier verweilt, soll nicht auf ein unschönes Blechdach schauen müssen, hieß es. Eine Berankung sei auch für die Betonmauer gedacht, die den Lärmschutz für die Lüftungsanlage des Gebäudes bilden soll.

Während die Politik die Planungen für den Anbau begrüßten, gab’s in Sachen Vorplatz durchaus Kritik. So schien einigen Mitgliedern des Kulturausschusses die geplante Pflasterfläche vorm Gebäude viel zu groß. Außerdem wünschten sie sich mehr Grün im Umfeld.

Kulturdezernent Ulrich sicherte zu, beide Anregungen prüfen zu wollen. Zu bedenken sei aber, dass die Feuerwehr auch Aufstellungsfläche für ihre Fahrzeuge benötige und dass etwa höhere Bäume die Wirkung der künftigen Museumsfassade beeinträchtigen könnten.

„Am Ende werden wir ein Schmuckstück haben“

Gerne hätte es der Ausschuss gesehen, dass gleich auch der öffentliche Parkplatz überplant und aufgewertet wird. Das sei aus Kostengründen nicht möglich, sagte Ulrich. „Da lägen wir schnell im siebenstelligen Bereich.“ Zudem wies der Dezernent den Vorschlag der Grünen zurück, den Parkraum weiter zu begrenzen. In Oberaden gebe es durchaus Parkdruck, meinte Ulrich. Wenn das Museum längere Zeit im Betrieb sei, müsse man unter Umständen über eine Parkscheiben-Regelung oder Ähnliches nachdenken.

Thomas Heinzel, Vorsitzender des Kulturausschusses, war sich nach Abschluss der Diskussionen sicher: „Am Ende werden wir ein Schmuckstück haben.“

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