Klimaschutz muss im Kreis Unna verstärkt werden

BERGKAMEN/UNNA ▪ Rund ein Jahr liegt die erste Klimakonferenz des Kreises in Schwerte zurück. Die Vorbereitungen für die zweite Auflage laufen bereits. Es wird darum gehen, wie sich die Kommunen auf den Klimawandel vorbereiten müssen.

„Wir wissen, dass die Bemühungen, den Klimawandel zu verhindern, nicht ausreichen“, sagte gestern Landrat Michel Makiolla. Gemeinsam mit der Stadt Schwerte will der Kreis ein Pilotprojekt starten und untersuchen, wie sich die Klimaerwärmung auf die Landschaft, den Wald oder die Ruhr auswirkt.

„Die Folgen können Konsequenzen für die Stadtplanung, die Wirtschaft oder den Gesundheits- und Bevölkerungsschutz haben“, erklärte Makiolla und nannte als Beispiel häufiger auftretende Hochwasser in Schwerte. Der Startschuss für das Pilotprojekt soll am 23. September bei der zweiten Klimakonferenz in Werne fallen. Die Erkenntnisse des Projekts sollen später auf den gesamten Kreis ausgeweitet werden.

Der Landrat zog gestern aber auch eine vorläufige Bilanz der bisherigen Klimaschutz-Aktivitäten im Kreis. Die Verwaltung arbeitet seit 2008 an der energetischen Sanierung der 13 kreiseigenen Schulgebäude. Bis zum Jahr 2015 werden dafür 24,8 Millionen aus Mitteln des Konjunkturpakets II und des Kreises investiert. „Durch die verbesserte Energienutzung werden wir rund zwei Millionen Euro bei den Betriebskosten für die Schulen sparen können“, erwartet der Landrat. Zudem stellt der Kreis seine 70 Fahrzeuge nach und nach auf Gasbetrieb um.

Auch Angebote für die Bürger sollen helfen, den Klimaschutz voranzutreiben. Bei der Koordinierungsstelle für Gebäudeenergieberatung der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, der Kreise Soest und Unna sowie den Stadtwerken machten über 1 000 Hausbesitzer einen Energiecheck.

Beim Ökocheck holten sich bisher 47 meist mittelständische Unternehmen Tipps für ihre Abfallwirtschaft, den Umgang mit gefährlichen Stoffen oder Immissionsschutz.

Seit September 2009 gibt es zudem beim Kreis einen Bioenergieberater, der Antragsteller für Biomasseanlagen begleitet und berät. 25 Landwirte hat Mirco Gluth bisher beraten. Bisher gibt es auf Kreisgebiet zwei Biomassekraftwerke und fünf Biogasanlagen. In der Region werden 57 Prozent des produzierten erneuerbaren Stroms aus Biomasse gewonnen. ▪ red

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare