Konzept der Stadt

Klimaschutz im Check: So läuft es in Bergkamen

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Das Bergkamener Kohlekraftwerk ist alles andere als klimafreundlich. Aber was tut die Stadt Bergkamen, um das Klima zu schützen?

Die Stadt Bergkamen engagiert sich für den Klimaschutz. Vorzeigeprojekt der Verwaltung ist das Integrierte Klimaschutzkonzept. Vor knapp einem Jahr hat die Stadt einen Maßnahmenkatalog aufgestellt, um sich umweltfreundlich zu entwickeln. Was ist geplant? Und was wurde bisher umgesetzt?

Bergkamen - Die Stadt hat im Klimaschutzkonzept ihre Maßnahmen für den Klimaschutz gebündelt, koordiniert und ergänzt. „Wir wussten, dass wir schon eine ganze Menge für den Klimaschutz tun. Aber wir konnten noch mehr machen“, erklärt Bergkamens Erster Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters. 

Die Idee hinter dem Projekt war simpel. „Zusammen können wir mehr erreichen“, meint der Erste Beigeordnete. Die Politik unterstützte die Idee, die Stadt entwickelte mit einem externen Büro ein Konzept. Finanzielle Unterstützung gab es durch eine Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Auch die Bergkamener brachten sich in die Ausarbeitung ein.

 „Dazu haben wir unter anderem Workshops veranstaltet.“, so Peters. Das Ergebnis: Fünf Handlungsfelder, 27 Maßnahmen. und langfristige Leitziele. „Der Maßnahmenkatalog wird regelmäßig überarbeitet“, sagt der Erste Beigeordnete. Alle fünf Jahre soll es eine Kontrolle geben. „Was haben wir bis dahin bewirkt?“, verdeutlicht Peters. Wir wagen bereits jetzt den Blick auf die aktuelle Situation. Welche Maßnahmen sind geplant, was wurde in den vergangenen Monaten bereits realisiert?

Mobilität

Realisierung eines ÖPNV-Schienenanschlusses: Bergkamen ist deutschlandweit eine der wenigen Städte mit 50 000 Einwohnern, die keinen eigenen Bahnhof hat. Dabei pendeln laut Verwaltung überdurchschnittlich viele Menschen aus Bergkamen heraus. Mit einem eigenen Schienenanschluss soll das langfristig klimafreundlicher funktionieren. " Langfristig geplant 

Optimierung des Rad- und Fußwegenetzes: Die Stadt will den Radverkehr in Bergkamen ausweiten. Neue Radwege, Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV sowie eine App, um Schäden an Fuß- und Radwegen zu melden, stehen unter anderem auf dem Plan. " Mittelfristig geplant Unterstützung von Car-Sharing-Angeboten: Beim Car-Sharing-Konzept teilen sich Kunden ein Auto. Per App oder Telefon buchen sie sich ein Fahrzeug und holen es an einer Car-Sharing-Station ab. Auch in Bergkamen soll das möglich werden. " Mittelfristig geplant 

Hier finden Sie das gesamte Konzept

Das hat die Stadt bisher getan: Die Stadt legt viel Wert auf die Förderung des Stadtradelns und möchte bei der klimafreundlichen Mobilität mit gutem Beispiel vorangehen. Dafür werden traditionelle Ausflüge, wie etwa die Bergkamen-Tour des Bauausschusses mit dem Rad statt mit dem Bus erledigt. Auch sind bereits mehr E-Autos angeschafft worden. Um das Busangebot attraktiver zu machen, werden in Bergkamen derzeit alle Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut – wie zum Beispiel an der Rünther Straße. Auch der Busbahnhof gewinnt für den ÖPNV immer mehr an Bedeutung. Hier entsteht bis 2020 eine Art Mobilitätskreuzung mit Mobilstation für E-Fahrzeuge, die Radstation und das Carsharing.

Luftbild von der Zechensiedlung in Bergkamen-Rünthe 

Planen, Bauen, Sanieren

Klimaschutz und -anpassung in der Bauleitplanung:

In Neubaugebieten oder bei Umbaumaßnahmen will die Verwaltung stärker Klimaschutz und -anpassungsfaktoren einbringen. Unter anderem soll auf Reaktivierung von Brachflächen, kurze Wege in der Stadt und Förderung erneuerbarer Energien in Neubaugebieten geachtet werden." Kurzfristig geplant

Einbindung von Immobilienbesitzern zum klimaschonenden Bauen: Wohnungsbaugesellschaften sollen klimaschonende Sanierungsmaßnahmen voranbringen. Besonders informiert die Stadt über Mieterstrommodelle, energetischen Nachholbedarf und darüber, wie Solarenergie genutzt werden kann. Durch die Verbraucherzentrale soll eine stationäre Energieberatung für Immobilienbesitzer geleistet werden. " Kurzfristig geplant

Alle Artikel zum Thema Klimaschutz im Überblick

Energetische Quartierskonzepte: Die Verwaltung will Sanierungen der ehemaligen Zechensiedlungen anbieten. Dabei legt sie wert auf Klimaschutz und -anpassung der Siedlung. Im Fokus stehen effiziente Energieversorgung und der Ausbau regenerativer Energien. " Mittelfristig geplant

Das hat die Stadt bisher getan: Die Sanierungsbestrebungen des Klimaschutzkonzepts greifen auch bei öffentlichen Gebäuden. Bei den Umbaumaßnahmen der Stadt wird auf energetische Sanierung gesetzt. Nur das Rathaus und der Ratssaal sind darin nicht enthalten. Ob hier eine Sanierung lohnt oder das Gebäude neu gebaut werden muss, muss noch entschieden werden. Klimaschutz beginnt auch im Kleinen: So wird der Parkplatz des SuS Rünthe klimafreundlich gestaltet und Steingärten-Verbote für Neubaugebiete diskutiert.

Erneuerbare Energien

Zentrale Beratungsstelle: Über eine zentrale Beratungsstelle in Bergkamen können sich Bürger über erneuerbare Energien informieren. Neben einer persönlichen Beratung plant die Stadt eine Online-Plattform. Wer sich für erneuerbare Energien interessiert, soll mit Förderungen unterstützt werden. " Mittelfristig geplant

Mehr Energie aus Windkraftanlagen: Die Verwaltung prüft das Potenzial der Windkraft und Standorte für neue Anlagen. Dritte will die Stadt bei Fragen zur Installation und Finanzierung beraten, außerdem plant sie eigene Anlagen. In der Bau-Ausschusssitzung gab Klimamanager Norman Raupach bekannt, dass die Nutzung von Kleinwindanlagen nach hinten gestellt wird. " Langfristig geplant

Wärme aus Biomasse: Die Biogas- und Biomasseanlagen in Bergkamen werden laut Stadt derzeit hauptsächlich zur Stromgewinnung betrieben. Die anfallende Wärme bleibt noch ungenutzt. Das soll sich ändern. Die Stadt stellt Kontakt zwischen den Betreibern und möglichen Wärmeabnehmern her. " Mittelfristig geplant


Wirtschaft

Berücksichtigung des Klimaschutzes bei neuen Gewerbegebieten: Die Stadt entwickelt eine Check-Liste mit Klimaschutzmaßnahmen für neue Gewerbegebiete. Besonders berücksichtigen die städtischen Mitarbeiter dabei erneuerbare Energien, Frischluftschneisen oder Dach- und Fassadenbegrünung." Kurzfristig geplant 

Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen von Unternehmen: Viele Bergkamener Unternehmen schützen bereits das Klima, ohne dass es ihnen bewusst ist. Die Verwaltung plant Infoveranstaltungen, um Unternehmen zu beraten und zu unterstützen. " Kurzfristig geplant 

Mobilitätsmanagement bewerben: Geht es nach der Verwaltung sollen alle Bergkamener Unternehmen einen Mobilitätsmanager einstellen. Dieser soll als Vorbild für andere Mitarbeiter vorangehen. Die Verwaltung will mit Unternehmen in Kontakt treten." Mittelfristig geplant

Das hat die Stadt bisher getan: Die Potenzial- und Energieanalyse für die Wasserstadt Aden läuft. Für die weiteren Gebiete soll das bis 2021 erfolgen.

Stadtverwaltung

Sanierungsplan für kommunale Gebäude unter Klimaschutzaspekten: Einige ihrer Gebäude hat die Stadt bereits energetisch saniert. Bei anderen beispielsweise dem Rathaus besteht noch erheblicher Bedarf. Deshalb erstellt die Verwaltung einen Sanierungsfahrplan, wann welche Gebäude wie verändert werden können. " Mittelfristig geplant 

Untersuchung städtischer Grünflächen: Die Verwaltung untersucht städtische Grünflächen auf ihre Klimaanpassung. Diese sollen ausgebaut, gesichert und gepflegt werden. " Mittelfristig geplant Klimafreundliche Mobilität der Mitarbeiter: Städtische Mitarbeiter, die mit dem Auto Kurzstrecken zurücklegen: Das soll künftig der Vergangenheit angehören. Stattdessen hat die Verwaltung das Ziel, alternative Mobilität zu verstärken. Dienst-E-Bikes, kommunale Elektroautos und Job-Tickets für den ÖPNV sollen dabei helfen. " Kurzfristig geplant 

Das hat die Stadt bisher getan: „Wir wollen uns selbst für einen klimafreundlichen Arbeitsalltag ausrüsten“, sagte Beigeordneter Dr. Hans-Joachim Peters, „und nicht Wasser predigen und Wein trinken“. Das gilt derzeit vor allem für die bienen-und insektenfreundliche Bepflanzung von Grünflächen und für die klimafreundliche Mobilität von Verwaltungsmitarbeitern und Politikern.

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