Kleingartenverein Goldäcker feiert 50-jähriges Bestehen

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In entspannter Atmosphäre feierten die Mitglieder des Kleingartenvereins Goldäcker am Wochenende in ihrer Anlage das 50-jährige Bestehen.

Bergkamen - Noch heute erinnern die Kleingärten im Ruhrgebiet an eine Zeit, in denen Grünflächen rar und Wohnraum dicht gedrängt war. Am vergangenen Samstag feiert der Kleingartenverein „Goldäcker“ aus Oberaden sein 50-jähriges Bestehen mit viel Spiel, Spaß und natürlich Musik.

Rückwärts oder vorwärts, das ist hier die Frage. Die Meinung der Kinder ist geteilt, die sie lauthals verkünden. Letztlich ist es aber gar nicht so wichtig, in welche Richtung sich das Kettenkarussell als Nächstes dreht. Die Kinder können das kleine Fahrgeschäft den ganzen Tag kostenlos benutzen und die nächste Fahrt geht bestimmt wieder in die andere Richtung. 

Die Oberadener Kleingartenanlage ist geprägt von starkem Zusammenhalt seiner Mitglieder. Schon Tage zuvor haben sie gemeinsam den runden Geburtstag der Anlage vorbereitet. In mühevoller Kleinarbeit haben die Frauen Dutzende von Blumen aus Papier ausgeschnitten und Ballons aufgeblasen, damit die Allee zum Festplatz auch ein feierliches Ambiente versprüht. 

Auch die jüngsten Besucher kamen beim Fest auf ihre Kosten. Das Kettenkarussell konnten sie kostenlos benutzen.

1967 waren die Anträge genehmigt Karl Heinz Isermann war es, dessen Bedürfnis nach Licht, Luft und Natur zur Gründung der Kleingartenanlage führte. Nach einer langen Schicht unter Tage wünschte er sich nichts mehr, als Zeit im Grünen zu verbringen. Mitte der 60er-Jahre taten sich Isermann und seine Frau Irmgard mit drei weiteren Familien zusammen, bis 1967 waren die Anträge genehmigt und der Weg frei zum eigenen, kleinen Garten. 

Auch während der Feierlichkeiten sind viele der Kleingärtner mit verschiedenen Aufgaben betraut. Jeannette Müller-Qazimi kümmert sich um den reibungslosen Betrieb am Karussell, sorgt dafür, dass die Kinder sich benehmen. „Wer zu wild wird, muss eine Weile aussetzen“, erklärt sie. Andreas Müller ist ihr Ehemann und hat vor drei Jahren den Kleingarten erstanden. „Nach der stressigen Arbeit ist so ein Garten genau das Richtige“, meint Müller. Momentan ist es allerdings eher seine Frau, die sich um die Grünfläche kümmert. „Ich bin zurzeit so häufig auf Montage, das leider nur wenig Freizeit übrig bleibt.“ 

Die Kleingärten in Oberaden gibt es in zwei Größen. Während der Garten des ersten Vorsitzenden Klaus Dastig 500 Quadratmeter umfasst, gibt es auch kleinere Parzellen mit 280 Quadratmetern. Auch für Dastig, Spitzname „Fußballgott“, ist der Garten eine Art der Entspannung. Von Apfel- über Pfirsich- bis hin zu Pflaumenbäumen hat er alles in seinem Garten angepflanzt, dazu kommt viel Gemüse. „Alles natürlich auf Ökobasis, ohne Pestizide“, verkündet er stolz. 

Oft sind in die Pflege der Gärten ganze Familien involviert. Auch Alina Dehnert hilft ihrer Mutter oft, vor zwei Jahren übernahm diese den Garten von Alinas Großmutter. Auch auf dem Fest hilft sie, wo sie kann, steht am Grill oder versorgt die Gäste mit Getränken. Auch die Eltern von René und Eileen haben einen Garten in der Anlage, die beiden Jugendlichen beaufsichtigen das Treiben auf der Hüpfburg. 

Musikalisch sorgen „Simply Acoustic Groove“ für die richtigen Töne. Die Akustikgruppe hat auch einen Beatboxer in den eigenen Reihen, der als Schlagzeugersatz und Rhythmusgeber fungiert. So kommen auch ältere Gartenbesitzer in Kontakt mit ganz moderner Jugendkultur. Nachwuchssorgen hat der Verein aber nicht, frei gewordene Gärten finden auch ohne den Bergbau noch genügend neue Besitzer. - nim

Von Niklas Mallitzky

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