Rünther entdeckt ein Hornissen-Nest auf seinem Dachboden

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Ein ganz beachtliches Hornissen-Nest beherbergt Klaus-Jügen Bartsch auf dem Dachboden seines Hauses in Rünthe. Die Tiere bleiben unbehelligt. Das Nest soll, wenn die Bewohner es im Winter verlassen, an einen Naturfreund gehen.

Rünthe - Etwa einen halben Meter groß ist das Hornissennest, das vom Dachbalken herabhängt. Dass Klaus-Jürgen Bartsch das Nest entdeckte, ist einem puren Zufall zu verdanken.

„Ich habe im Garten gelegen“, schildert der 77-Jährige. Dabei sah er, wie die Hornissen immer wieder durch das auf Kipp stehende Dachfenster am Anbau seines Hauses flogen. „Wo wollen die denn hin?“, habe er sich gefragt und daher vorsichtig die sonst stets verschlossene Luke zum Dachboden geöffnet. 

„Da habe ich dann das etwa faustgroße Nest gesehen“, erklärt Bartsch. Das war im Mai. Inzwischen ist das Nest auf seine stattliche Größe angewachsen. „Es muss ja niemand auf den Dachboden. Da stört das Nest nicht und kann ruhig hängen bleiben“, sagt Bartsch, der ein Herz für die Riesen-Brummer hat. Fasziniert beobachtet er seither, wie sich das Nest entwickelt, wie die Hornissen im Eiltempo zum Fenster fliegen, erst kurz davor abbremsen und dann das Nest ansteuern. „Die haben Lehm oder kleine Holzstückchen dabei und bauen und bauen“, staunt Bartsch. 

Das Nest wirkt wie ein großer Lampion aus braunem Papier. Die Hülle ähnelt Pergamentpapier, nur die fingergroßen Löcher zeugen davon, dass die Hornissen auch an Eingänge gedacht haben. Nach unten hin ist das Nest noch offen und lässt deutlich die Wabenstruktur erkennen, die auch Hornissen nutzen. „Innen drin sitzt die Königin und brütet die Eier aus“, weiß Bartsch, während etliche der Insekten das Nest neben ihm ansteuern. 

Angst hat er vor den knapp drei Zentimeter langen Tieren, die zur Wespen-Familie gehören, nicht. „Man sagt zwar, sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen, aber das stimmt nicht. Und wenn man nicht hektisch wird, tun sie einem auch nichts.“ Nest in gute Hände abzugeben Da die Hornisse in Deutschland zu den besonders geschützten Tierarten gehört, ist Bartsch stolz darauf, solch ein „Naturschauspiel“ auf dem Dachboden zu haben. 

Zum Winter hin wird das jedoch beendet sein. Dann sucht sich die Königin ein Winterquartier, ein Großteil ihres Volkes stirbt. „Deshalb würde ich das Nest dann auch zur Verfügung stellen“, sagt Bartsch und denkt dabei an Schulen oder interessierte Naturforscher. „Wer es haben will, muss es sich nur selbst abholen und abmachen. Ich will es nicht kaputt machen“, sagt Bartsch. Deshalb will er es auch nicht an Angler abgeben, die die Maden als Köder verwenden. 

Doch bis es soweit ist, werden noch ein paar Wochen ins Land gehen. Bartsch hofft, dass das Nest diese Zeit auch noch übersteht. „Das ist schon ziemlich groß – und wird damit ja auch immer schwerer. Ich hoffe, dass es nicht herunterfällt.“ Deshalb will Bartsch, so lange es geht, das Hornissennest im Blickbehalten. Und noch andere Gartenbewohner haben das Naturschauspiel für sich entdeckt: „Die Schwalben freuen sich, wenn sie die eine oder andere Hornisse fangen können“, sagt Bartsch. Er habe schon so manche Jagdszene in seinem Garten beobachten können. „Die Schwalben packen sich schon was weg. Das ist wirklich sehr interessant.“ Dem Hornissenvolk werde dies aber wohl nicht schaden, ist sich der Naturfreund sicher.

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