Kirchengemeinde erstellt Flächenbedarfsplan für Friedhöfe

Bergkamen - In Sachen Friedhöfe möchte die Evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen in diesem Jahr vieles anders machen. Während auf dem kleinen und finanziell eigenständigen Friedhof in Heil alles beim Alten bleibt, wird sich auf den Friedhöfen in Rünthe und Oberaden einiges ändern. Ende des Monats wird sich der Friedhofsausschuss der Kirchengemeinde zwar nochmals mit einer Fachfirma austauschen, doch die Marschrichtung ist bereits vorgegeben. Der Grund: Der Trend geht immer mehr zu Urnenbeisetzungen, die dazu benötigten Flächen sind kleiner und spülen deutlich weniger Geld in die Friedhofskasse.

„Wir haben daher eine Art Flächenbedarfsplan aufgestellt“, erklärt Ausschussvorsitzender Artur Gallas, „und der führt dazu, dass wir nun Kerngebiete definieren können, wo künftig noch Bestattungen erfolgen sollen.“ Die anderen Gebiete werden ab einem noch festzulegenden Stichtag nicht mehr genutzt, außer für Beibestattungen. „Wenn dort bereits jemand beispielsweise eine Doppelgruft besitzt und erst eine Seite belegt ist, kann der Zweite dort natürlich noch bestattet werden“, betont Gallas, dass sich niemand Sorgen um die bestehenden Grabstellen machen muss. Langfristig sollen diese Bereiche jedoch unangetastet bleiben.  In Rünthe ist dies beispielsweise das sogenannte Loch im hinteren Teil des Friedhofes, in Oberaden ist die Sache noch nicht eindeutig geklärt. 

Mehrmonatiger Prozess 

Die Pläne sind das Ergebnis eines mehrmonatigen Prozesses, nachdem die Kirchengemeinde festgestellt hatte, dass die Friedhöfe in Rünthe und Oberaden wirtschaftliche Schwierigkeiten haben (WA berichtete). Auch wenn beide einen gemeinsamen Haushalt haben, könne für beide Stellen eindeutig festgestellt werden, wie hoch der jeweilige Aufwand und die jeweiligen Erträge sind, erklärte Gallas. Dass das Ergebnis des Rünther Friedhofs schlechter ist, bestätigt Gallas, doch das sei auch kein Geheimnis: Denn der Rünther Friedhof hat eine größere Fläche und rund ein Drittel Bestattungen pro Jahr weniger bei gleichem pflegerischen Aufwand. Dennoch: „Wir werden keine Friedhöfe schließen“, betont Gallas.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Mit dem neuen Konzept hinsichtlich genutzter Flächen will die Kirchengemeinde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen kommt man so der veränderten Bestattungskultur entgegen, indem Grabfelder von Grund auf gezielt geplant und dann belegt werden, zum anderen können die restlichen Flächen anders und kostengünstiger gestaltet werden. „Wir haben beide Friedhöfe neu vermessen und haben nun eine genaue Aufstellung darüber, wie groß die Gräberfläche ist, wieviel Rasenfläche wir haben, wie viele wassergebundene und gepflasterte Wege wir haben“, erklärt Gallas. So könne für die auf dem Friedhof tätigen Gewerke ein neues Leistungsverzeichnis erstellt werden. 

Arbeiten aufteilen 

Bislang kümmerten sich die Friedhofsgärtner Sulitze in Rünthe und Kampmann in Oberaden um die Flächen und boten sowohl den Winterdienst als auch die Bestattungsvorbereitung und die Grabpflege an. Doch künftig könnte das getrennt werden. In den nächsten Wochen soll eine neue Ausschreibung erfolgen, die bisherige Spielräume beseitigt und es den Bewerbern überlässt, ob sie weiter das Komplett-Paket bedienen möchten oder nur einen Teilbereich stemmen wollen. Laut Gallas kam die Idee bei den beteiligten Firmen gut an. „Es kann also sein, dass sich gar nichts ändert, oder eben doch“, müsse nun die Ausschreibung abgewartet werden. Als positiv werteten es jedoch alle Beteiligten, dass die anfallenden Aufgaben künftig detailliert beschrieben und auch wirklich nach Leistungserbringung abgerechnet werden. „Es gibt trockene Sommer, da muss kaum der Rasen gemäht werden“, nennt Gallas ein Beispiel, „und dann muss man jede Woche ran. Künftig soll es daher eine detaillierte Abrechnung geben, wann was gemacht wurde.“ All das soll unterm Strich dann Kosten sparen und die Friedhöfe in Rünthe und Oberaden wieder zur schwarzen Null bringen, die der Friedhof in Heil bereits schreibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare