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Kinderpornos auf dem PC: Angeklagter (33) gibt sich geläutert

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Von: Sylvia Mönnig

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Justizia
Der Prozess endete mit einer Bewährungsstrafe. © dpa

In der Wohnung eines Bergkameners (33) stießen Ermittler auf über 1000 kinderpornografische Fotos und Videos. Vor Gericht zeigte er sich jetzt nicht nur geläutert. Bereits im Vorfeld der Verhandlung stellte er sich seinen Taten. Er erhielt eine Bewährungschance.

Unna/Bergkamen – Anfang Oktober wurde die Wohnung des Bergkameners durchsucht und die Ermittler stellten einen PC sicher. Darauf befanden sich 339 Fotos und 805 Videos, die den zum Teil schweren Missbrauch jüngster Kinder darstellten. Und so wurde gegen den Mann, der zuvor nie in Erscheinung getreten war, wegen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt.

Erschütterndes Material

Jetzt wurde der Fall vor dem Unnaer Schöffengericht verhandelt und alleine das Verlesen der Anklageschrift, in der zwangsläufig ein Teil dessen beschrieben war, was auf den Bildern und Filmen zu sehen war, erschütterte in Anbetracht der Intensität der dargestellten Übergriffe. Der 33-Jährige, der das Material hortete, saß beschämt neben seinem Verteidiger, der für ihn das Wort ergriff.

„Die Vorwürfe stimmen“

Sein Mandant, so betonte der Anwalt, sei sehr aufgeregt. „Die Vorwürfe stimmen“, erklärte der Jurist. Der Angeklagte habe im Internet gesurft, habe solche Seiten gefunden, vielleicht auch gesucht. Er habe sich die Inhalte angeguckt, einen Teil gespeichert, einen Teil gelöscht. „Dass das strafbar ist“, begann der Verteidiger – und der Angeklagte beendete seinen Satz: „Das ist mir bewusst.“

Therapie abgeschlossen

Der Bergkamener, so gab sein Rechtsanwalt an, habe sich zwischenzeitlich Hilfe gesucht, habe therapeutische Gespräche in Anspruch genommen. Diese Therapie habe er abgeschlossen. Der Therapeut, das belegte ein entsprechendes Schreiben, vertrat die Auffassung, dass es der 33-Jährige verstanden habe und er keine Behandlung mehr benötige. Sie hätten sich mit den Hintergründen und der Tatmotivation befasst, hätten die damalige Situation und die Zukunft erörtert.

Monatliche Spende

Darüber hinaus wies der Verteidiger darauf hin, dass sein schlechtes Gewissen den Bergkamener – ohne Wissen des Anwalts – animiert habe, nach der Durchsuchung nun einen Verein gegen sexuelle Gewalt an Kindern mit 100 Euro pro Monat zu unterstützen. Richter Jörg Hüchtmann hakte ein: „Der Angeklagte besitzt augenscheinlich Unrechts- und Problemeinsicht.“ Das bestätigte der.

Strafe auf Bewährung

Das, was Hüchtmann als makelloses Nachtatverhalten bezeichnete, ein frühes Geständnis und das leere Strafregister standen der Vielzahl der Dateien und der Massivität des abgebildeten Missbrauchs gegenüber. Für den Mann aus Bergkamen endete die Verhandlung mit einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung und 1000 Euro Geldbuße, die an eine gemeinnützige Einrichtung gehen soll.

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