Kinder arbeiten mit Künstlerinnen der „Kunstwerkstatt“

Freier Lauf für die Fantasie: Die Kinder probierten zusammen mit Rose Cherek und Jeanne Feldhaus verschiedene Techniken und Materialien aus.
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Freier Lauf für die Fantasie: Die Kinder probierten zusammen mit Rose Cherek und Jeanne Feldhaus verschiedene Techniken und Materialien aus.

BERGKAMEN - Roos Cherek hatte sich umsonst gesorgt. Sie und Jeanne Feldhaus blieben nicht unter sich. Um elf Uhr sollte die Aktion vom städtischen Kulturreferat und der Künstlergruppe „Kunstwerkstatt sohle 1“ starten. „Die ersten Kinder aber waren schon eine halbe Stunde vorher da“, freut sich Cherek über den Andrang.

Und manche wollten sich gar nicht mehr losreißen. Während ihre Eltern Einkäufe erledigten, ließen sie in einem leer stehenden Ladenlokal im Kaufland-Obergeschoss ihrer Fantasie freien Lauf. Die achtjährige Smilla etwa wiegt eine Holzkiste hin und her. Auf einem DIN A5-Blatt rollen Murmeln von einer Ecke zur anderen und hinterlassen bunte Muster.

„Wir wandeln auf den Spuren von Jackson Pollock“, erläutert Jeanne Feldhaus. Der Amerikaner schritt unkonventionell zur Tat, schüttete und spritzte Farbe auf die Leinwand. Auch die Kinder machen sich vorher keine Gedanken über das Ergebnis. Technik und Materialien sind einfach. „So können alle innerhalb kurzer Zeit etwas schaffen, was sie mit nach Hause nehmen können“, sieht Jeanne Feldhaus darin einen Vorteil.

Den jungen Künstlern verrät sie, wie sie daheim aus ihren Bildern schicke Grußkarten gestalten können.

Vom Talent des Nachwuchses sind Jeanne Feldhaus und Roos Cherek überrascht. Die dreijährige Nele hat sich den Murmeln abgewendet und einen Koch gemalt. „Das ist Schulreife“, staunt Jeanne Feldhaus. Normalerweise würden Kinder in Neles Alter gerade ein Mondgesicht malen. „Vielleicht sind das die Gene“, meint Oma Annegret Worbs schmunzelnd. Neles Großvater Dietrich Worbs ist in der „Kunstwerkstatt sohle 1“ aktiv.

Seit Mitte Dezember stellen sechs Mitglieder der Künstlergruppe ihre Arbeiten in dem Ladenlokal im Kaufland-Komplex aus. In den nächsten Wochen soll es einen Ausstellungswechsel geben, kündigt Barbara Strobel an. Auch weitere Kunstaktionen für Kinder sind möglich. „Viele Eltern haben sich bereits danach erkundigt“, berichtet Roos Cherek. Sie wäre sofort dafür zu haben. Denkbar aber sind auch andere Veranstaltungen. Die Künstler haben genug Ideen. Allzu sehr im Voraus planen allerdings kann die Gruppe nicht. Denn wenn das Lokal vermietet wird, muss die Kunst ausziehen. Doch Kulturreferat und Kunstwerkstatt haben schon andere Leerstände im Blick, deren Schaufenster mit Bildern und Skulpturen wiederbelebt werden könnten. Zum Beispiel am Nordberg. - rw

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