Nächtlicher Großeinsatz

Keine Gefahr für Anwohner: Chemische Reaktion in Rünthe war gewollt

+

Bergkamen – Bis kurz nach Mitternacht dauerte am Montagabend der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen, bei dem eine mögliche chemische Gefahr auf einem Firmengelände am Schacht III abgewendet musste.

Was sich schon am späten Montagabend abgezeichnet hatte, bestätigte sich dann am Dienstagmorgen: Unterm Strich war derVorfall bei der Firma RS Technik AG glimpflich ausgegangen. 

Der Systemanbieter für grabenlose Kanalsysteme durch das sogenannte Inliner-Verfahren produziert am Standort Rünthe alle dafür notwendigen Stoffe. In Vertretung des Geschäftsführers Jürgen Haug erklärt Christoph Turk, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. 

Die Reste zweier Komponenten, die jeweils für sich genommen als Gefahrstoffe gelten, waren von Mitarbeitern bewusst zusammengeführt worden, um beide Stoffe durch die gewollte Reaktion von Harz und Härter unschädlich zu machen und entsorgen zu können. 

„Es war dann von unseren Mitarbeitern aber nicht ganz glücklich, die Behälter mit dem Endprodukt in die pralle Sonne zu stellen“, sagt Turk. Ob es allein daran lag oder ob die Reaktion in der Mitte der IBC-Behälter noch nicht abgeschlossen war, ist Spekulation. 

Großeinsatz für die Feuerwehr Bergkamen nach chemischer Reaktion von Kunstharzen

In jedem Fall kam es aber zu einer Nachreaktion der beiden Stoffe mit hoher Exothermie, also einer großen Wärmeentwicklung. „Das führte dazu, dass das Material der beiden Behälter geschmolzen ist, ein Teil des Materials austreten konnte und es zu der Geruchsbelästigung und Rauchentwicklung kam“, erklärt Turk. „Das ist aber ein Prozess, der immer gewollt ist. Bei der Reaktion entstehen also keine giftigen Dämpfe“, schloss Turk eine Gesundheitsgefährdung der Anwohner aus. 

Dank an die Anwohner

Turk ist den Anwohnern, von denen einer die Feuerwehr alarmierte, jedoch dankbar. Die Feuerwehr stand aber vor dem Problem, dass „alle drei Behältnisse mit einer Gefahrgutkennzeichnung versehen waren“, schrieb Wehrleiter Dirk Kemke in einer Pressemitteilung. ABC-Alarm wurde deshalb ausgelöst. „Weil die Gefahrgutkennzeichnung nur auf ein allgemeines Abfallprodukt (Sammelprodukt) hinwies, gestaltete sich die Identifizierung der Stoffe und den folgernden Abwehrmaßnahmen als sehr schwierig“, so Kemke weiter. 

Als mithilfe von Firmenmitarbeitern klar war, worum es sich handelte, war der Einsatz schnell abgearbeitet. „Außer dem Aufruhr“, so Turk, sei der Firma kein Schaden entstanden. Man habe daraus gelernt: „Wir haben den Vorfall aufgearbeitet und es gibt jetzt neue Arbeitsanweisungen, wie bei der Entsorgung zu verfahren ist“, so Turk.

Lesen Sie auch:

Verschwörungstheorien und Gerüchte: Das wissen wir über Räumung und Turmarkadenbrand

Kommentar zur Räumung der Hochhäuser in Bergkamen: Kein Platz für Gerüchte

Kurioses auf dem Oberadener Friedhof: Madonnen-Statuen auf fremden Gräbern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare