Kohleausstieg

Kein Zuschlag für Bergkamen: Kraftwerk in Heil läuft vorerst weiter

Steag Kohlekraftwerk Heil
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Das Steag-Kraftwerk in Bergkamen-Heil zählt rund 170 Beschäftigte. Wie lange es am Netz bleibt, ist noch ungewiss.

Das Steinkohlekraftwerk in Bergkamen-Heil bleibt vorerst am Netz. Bei der Versteigerung der Stilllegungsprämien ist das Kraftwerk von STEAG nicht zum Zuge gekommen.

Rünthe/Heil – Die Abschaltung des Steinkohlekraftwerkes in Bergkamen-Heil bis Mitte 2021 ist vom Tisch. Die STEAG hat bei der Versteigerung der Stilllegungsprämien im Rahmen des Gesetzes zum Kohleausstieg zwar einen Zuschlag erhalten. Der gilt allerdings für die Abschaltung des älteren der beiden Kraftwerksblöcke in Duisburg-Walsum.

Ob der Essener Energieversorger auch ein Gebot für die Beendigung der Kohleverstromung in Heil abgegeben hat, verschweigen aus Wettbewerbsgründen sowohl die Bundesnetzagentur als auch die STEAG selbst – das auch mit Blick auf die nächste Versteigerungsrunde, die schon im Januar beginnt.

Zweite Versteigerungsrunde bringt weniger Geld

Für die 140 Beschäftigten in Heil bedeutet dies, dass die Ungewissheit über ihre berufliche Zukunft sie zumindest auch in der ersten Hälfte des kommenden Jahres begleiten wird. Unternehmensprecher Daniel Mühlenfeld rechnet im April mit der Bekanntgabe des Ergebnisses der zweiten Versteigerungsrunde. Ob die STEAG dann mit dem Kraftwerksblock in Heil in das Rennen um die Abschaltprämien geht, bleibt zumindest bis dahin ein Geheimnis. Für die zweite Runde stellt der Bund übrigens weniger Geld in den Prämientopf.

Elf Gebote mit einer Gebotsmenge von insgesamt 4788 MW haben jetzt einen Zuschlag erhalten, darunter auch das RWE-Kraftwerk Westfalen in Hamm-Uentrop. Das größte bezuschlagte Gebot hat eine Leistung von 875 MW und das kleinste liegt bei 3,6 MW. Die Werte der bezuschlagten Gebote reichen von 6047 bis 150 000 Euro pro MW, wobei jeder erfolgreiche Bieter eine Stillegungsprämie in Höhe seines individuellen Gebotswerts erhält. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 66259 Euro pro MW. Der starke Wettbewerb hat die Zuschläge damit deutlich unter den möglichen Höchstpreis von 165000 Euro pro MW gedrückt. Die Gesamtsumme der elf erteilten Zuschläge beträgt rund 317 Milllionen Euro an Bundesmitteln.

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