Kein Geständnis: 15-jähriges Opfer einer Vergewaltigung in Bergkamen soll aussagen

+
Der Angeklagte und sein Anwalt sehen das vorgeschlagene Strafmaß als zu hoch an.

Bergkamen/Dortmund - Im Dortmunder Landgerichtsprozess um die brutale Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin ist ein einvernehmliches Prozessende nicht in Sicht. Das traumatisierte Opfer muss nun wahrscheinlich doch aussagen.

Der Verteidiger des Angeklagten, Axel von Irmer, machte am gestrigen Verhandlungstag unmissverständlich klar, dass sein Mandant bei einer Strafandrohung von zehn bis zwölf Jahren kein Geständnis ablegen werde: „Diese hier von der Strafkammer in den Raum gestellte Strafe zeigt dem Angeklagten keine Perspektive für sein weiteres Leben auf.“ 

Der heute 33-Jährige müsse ja nach wie vor befürchten, dass nach einer Haftverbüßung ihm die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung für gemeingefährliche Wiederholungstäter drohe. „Angesichts dieser hohen Straferwartung ist eine einvernehmliche Verständigung über die anstehende Strafe daher nicht interessant.“ 

Maximal zehn Jahre gefordert

Nach Absprache mit seinem Mandanten hält von Irmer eine Gesamtstrafe von acht bis maximal zehn Jahren für angemessen. Einbezogen in diese Strafe wäre dann auch die Verurteilung wegen einer versuchten Vergewaltigung in Kamen im Juli 2012. 

Staatsanwaltschaft und die Rechtsbeistände der beiden mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer hatten sich vor dem Statement von Verteidiger von Irmer mit der vom Gericht vorgeschlagenen Strafhöhe von maximal zwölf Jahren für beide angeklagten Taten einverstanden erklärt. 

Enorme Belastung für Schülerin

Da nun eine gütliche Verständigung an der Abwehr des Angeklagten gescheitert ist, geht die Beweisaufnahme unverändert weiter. Anfang März soll nun die damals 15-jährige als Zeugin gehört werden. Die Schülerin ist offenbar schwerst traumatisiert und wird sicherlich auch eine Aussage unter Ausschluss der Öffentlichkeit als enorme Belastung erleben. 

Klären muss das Gericht bis zu ihrer Aussage, ob und wie der Angeklagte aus dem Sichtfeld seines mutmaßlichen Opfers entfernt werden kann. Der gebürtige Pole soll am 13. Juli vergangenen Jahres in Oberaden eine 15-jährige Schülerin auf dem Nachhauseweg zusammengeschlagen und hinter einem Bahndamm vergewaltigt haben. Aufgrund ihrer massiven Kopfverletzungen schwebte das Mädchen in akuter Lebensgefahr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare