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Kaufland endgültig raus: Rathaus-Center nach Vertragsauflösung vor Neustart

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Von: Jürgen Menke

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Aus dem Rathaus-Center hatte sich Kaufland mit seiner Filiale bereits im Frühjahr 2021 verabschiedet. Jetzt ist der Weg frei für neue Anbieter.
Aus dem Rathaus-Center hatte sich Kaufland mit seiner Filiale bereits im Frühjahr 2021 verabschiedet. Jetzt ist der Weg frei für neue Anbieter. © Robert Szkudlarek

Vor knapp zwei Jahren hat Kaufland seine Filiale im Rathaus-Center in Bergkamen nach Querelen mit der Belegschaft geschlossen. Nun haben sich Unternehmer und Center-Betreiber „DTU Beta“ auf die vorzeitige Beendigung des Mietvertrags geeinigt. Die Shopping Mall selbst steht damit vor einer Restrukturierung.

Bergkamen – Vom Vertragsende berichtet DTU-Beta-Geschäftsführer Thorsten Unterfeld auf Anfrage. Wann genau die Trennung vollzogen wird, dazu will er sich auf Bitten Kauflands nicht öffentlich äußern. Bekanntlich hatte der Lebensmittelanbieter den Mietvertrag noch kurz vor seinem Auszug bis Ende Oktober 2025 verlängert.

Neue Chance

Laut Unterfeld haben beide Parteien bereits im Laufe des vergangenen Jahres Gespräche über ein endgültiges Auseinandergehen geführt. Erst Ende 2022 sei man sich dann näher gekommen. „Wir hatten nicht den großen Druck, und die Konditionen waren für uns anfangs noch unattraktiv“, schildert Unterfeld mit Blick auf die nach wie vor generierten Mieteinnahmen.

Nun also die Vertragsaufhebung. „Sie bietet uns endlich die Chance, das Center zu beleben, eine Neukonzeptionierung vorzunehmen“, sagt Unterfeld. Auch die anderen Mieter und natürlich die Kunden hätten in den zurückliegenden Jahren unter dem Rückzug des Frequenzbringers Kaufland gelitten.

Geteilte Fläche

Neuer Ankermieter soll ein nächster Lebensmittelanbieter werden. Unterfeld will dazu auf potenzielle Interessenten zugehen, laufende Gespräche vertiefen. Er sei optimistisch, schon in den nächsten Monaten Vollzug melden zu können, sagt er – und dass in der Folge auch freie Ladenlokale in beiden oberen Etagen neu bezogen werden könnten. Namen oder Branchen will der Center-Geschäftsführer allerdings noch nicht nennen. „Dazu ist es noch zu früh.“

Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, verfügte bis dato über das gesamte Untergeschoss mit einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern. Einen Teil davon vermietete das Unternehmen bis zum Auszug an Dritte unter, etwa an einen Schreibwarenladen und an eine Bäckerei. Unterfeld geht davon aus, dass sich nicht erneut ein Interessent für die Gesamtfläche finden lässt. „Wir werden sie in kleinere Einheiten aufteilen.“

Größerer Umbau

Dazu sind nach Worten des Geschäftsführers größere Umbauarbeiten erforderlich, die nicht ohne eine Genehmigung durch die Stadt über die Bühne gehen könnten. Diese Arbeiten, so Unterfeld, würden aber voraussichtlich nicht mehr in diesem Jahr anlaufen. Ausschließen wolle er das indes nicht.

In der einstigen Kaufland-Filiale hatten sich Geschäftsführung und Betriebsrat überworfen. Es ging damals – auch vor Gericht – um die Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Das Unternehmen stellte die rund 100-köpfige Belegschaft monatelang bei vollen Bezügen frei und ließ den Markt von externen Mitarbeitern betreiben. Ende April 2021 war dann Schluss – mit dem Verkauf von Lebensmitteln und später auch mit den Arbeitsverhältnissen. In der Folge blutete das Center aus, auch Textil-Anbieter Kik sagte dem Standort adieu.

Konkurrenz?

Zuletzt hatte sich Unterfeld lautstark darüber beklagt, dass die Entwicklung des Rathaus-Centers nicht vorankommen könne, solange die Situation schräg gegenüber auf dem Ex-Turmarkaden-Areal nicht geklärt sei. Mittlerweile sieht er die mögliche Konkurrenzsituation gelassener. Dem Bau des Berg-Karrees mit Edeka- und Drogeriemarkt räumt er angesichts gestiegenen Baukosten und deutlich erhöhten Zinsen keine Chancen mehr ein. „Das wird in zehn Jahren noch nicht stehen. Da sollte man sich nichts vormachen.“

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