Eichenprozessionsspinner

Die Bekämpfung der Raupen kostet die Stadt Bergkamen über 60 000 Euro

 Straßen NRW und die Firma Rentokil entfernen den Eichenprozessionsspinner an der Werner Straße.
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Straßen NRW und die Firma Rentokil entfernen den Eichenprozessionsspinner an der Werner Straße.

Milde Winter, trockene, heiße Sommer: So mag es der Eichenprozessionsspinner (EPS) am liebsten, und dank der Klimaveränderungen fühlt er sich inzwischen in unserer Region so richtig wohl. Da die Raupen des Falters giftige Brennhaare entwickeln, geht die Stadt mit verschiedenen Methoden gegen den Falter-Nachwuchs vor. Bis jetzt jedoch mit mäßigem Erfolg.

Bergkamen - Bis Ende August hat die Stadt 63 650 Euro ausgegeben, um den Schmetterling und seinen lästigen Nachwuchs loszuwerden. Einen endgültigen Strich unter die Rechnung kann die Stadt für dieses Jahr jedoch noch nicht ziehen. Jetzt, nachdem die Falter aus ihren Kokons geschlüpft sind, werden weiterhin verlassene Nester entfernt. Die Brennhaare, die in den Gespinsten hängen geblieben sind, sind nämlich jahrelang giftig und werden vom Wind in alle Richtungen geweht.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Bergkamen deshalb die Bäume, die 2018 vom EPS befallen waren, mit einem parasitierenden Bazillus spritzen lassen. „Der Erfolg war nicht sehr groß, da auf den behandelten und den umliegenden Bäumen der EPS-Befall trotzdem sehr hoch war“, so die Beigeordnete der Stadt, Christiane Busch. Außerdem wurden dabei gleichfalls nützliche Falter getötet, die für die Natur als Nahrungsquelle benötigt werden. Daher haben es die Fachleute nun mit Lockstofffallen probiert. Geholfen haben diese nicht – die Fallen blieben leer, wie die Beigeordnete mitteilt.

Nistkästen sollen helfen

Mehr Erfolg versprechen hingegen die Nistkästen, die im Frühjahr in besonders stark betroffenen Bereichen der Stadt aufgehängt wurden. Sie wurden von den heimischen Vögeln demnach gut angenommen. Ob die Idee, dass Blaumeise, Rotkehlchen und Co. sich dann die jungen Larven einverleiben und so die Bestände verringern, funktioniert, lasse sich zurzeit nicht mit Gewissheit sagen, heißt es aus dem Rathaus. „Auf jeden Fall ist es eine Unterstützung der Vogelwelt“, stellt Busch fest.

Deshalb sollen weitere Nisthilfen angebracht werden, gerne wieder mit dem Engagement von Schulen. In diesem Jahr haben etwa Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule im Werkunterricht Vogelhäuser gebaut und der Stadt übergeben. Dort, wo sich die Insekten besonders breit gemacht haben und gleichzeitig viele Menschen unterwegs waren, setzten externe Experten schließlich den Sauger an. Damit wurden die Gespinstnester aus den Wipfeln entfernt, die Larven anschließend verbrannt. Wie oft die Verwaltung in dieser Saison auf die Hilfe von Fachbetrieben zurückgreifen musste, vermag Busch nicht genau zu sagen. „Die Firmen waren teilweise über mehrere Wochen für die Stadt im Einsatz.“

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