Anlaufstelle an der Schützenheide

Kamener Schützen wollen mit DRK und Wirt Schnelltestcenter eröffnen

Schützenhaus-Betreiber Sascha Djuric (links)  und der Vorsitzende der Kamener Schützenvereins, Christian Langhorst, vor dem Schützenhaus
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Gemeinsam aktiv: Schützenhaus-Betreiber Sascha Djuric (links) unterstützt das Projekt des Schützenvereins Kamen; rechts dessen Vorsitzender Christian Langhorst.

Bergkamen/Kamen – Beim Aufbau einer örtlichen Anlaufstelle für die jedem Bürger wöchentlich zugestandenen Schnelltests zur Corona-Eindämmung will der Schützenverein Kamen in die Bresche springen. Er wird in Kooperation mit dem Wirt der Schützenheide in Bergkamen ein Testcenter eröffnen.

Das Gesundheitsamt habe schon sein Okay in Aussicht gestellt, berichtet der Vorsitzende Christian Langhorst. Weil eine zentrale Anlaufstelle – neben Apotheken, Ärzten & Co – kaum reichen dürfte, arbeitet auch die Verwaltung weiter an einem Angebot.

„Das ist eine begrüßenswerte Initiative“, betont Kreissprecher Max Rolke. Die formale Genehmigung stehe noch aus. „Aber je mehr Testmöglichkeiten zur Verfügung stehen, umso besser.“ Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Bernd Schäfer, der sein Haus an einem weiteren Testcenter arbeiten lässt: „Bei 50 000 Einwohnern allein in Bergkamen dürfte ein Zentrum kaum genügen, wenn jeder einmal die Woche kommen darf.“

Wann es los geht im Schützendomizil, ist noch nicht klar. Gesetzt ist aber der interne Probedurchlauf am Dienstag, 16. März, wenn auch der Vereinsvorstand tagt – nachdem er sich vorher dem Test unterzogen hat. „In nur 15 Minuten kann so mit einer Sicherheit von 90 Prozent gewährleistet werden, dass keiner der Teilnehmer an diesem Tag einen anderen anstecken kann“, erklärt Langhorst. Dafür habe er in Eigenregie schon Tests eingekauft.

Wenn die Bürger an der Reihe sind, würden ausschließlich pharmazeutisch-technische Assistenten oder medizinische Fachangestellte die Testung vornehmen. Dafür haben die Schützen das Bergkamener DRK ins Boot geholt, denn die Aktion setzt einen medizinisch kompetenten Partner voraus. Jan Wiemhoff vom DRK bestätigte dem WA, dass der Rotkreuzverein am Donnerstagnachmittag eine entsprechende Anfrage erhalten hat. Generell sei das DRK bereit, die Initiative zu unterstützen. Zuvor gebe es aber noch einigen Beratungsbedarf, vor allem was den Personalbedarf und die Gegebenheiten vor Ort angeht.

Terminvergabe über Homepage

Die Freiwilligen stellen sich darauf ein, dass über Monate Bedarf an der Einrichtung bestehen könnte. Für die Terminvergabe wollen die Organisatoren die Homepage des Vereins (http://sport-und-tradition.de) nutzen. Die Freischaltung erfolgt aber erst, wenn die Öffnung steht.

Sascha Djuric, Betreiber des Schützenhauses, unterstützt das Projekt. Er stellt den Akteuren einen Raum zur Verfügung, in dem die Tests ausgewertet werden. Der Plan sieht vor, dass die Kunden sich für den Abstrich vor einem Fenster aufreihen, sodass ungetestete Personen die Schützenheide gar nicht erst betreten. Die Wartezeit von rund 15 Minuten können die Getesteten im Auto oder Außenbereich verbringen. Beim Test wird ein Funkmelder übergeben, so werden sie gerufen, wenn das Ergebnis abgeholt werden kann.

Djuric verbindet damit die Hoffnung, nach Monaten mit reinem Außer-Haus-Geschäft die allmähliche Öffnung des Betriebes angehen zu können. Sofern die Ämter wegen steigender Fallzahlen nicht die vereinbarte „Notbremse“ ziehen müssen, soll ab dem 22. März die Außengastronomie öffnen dürfen.

Bald auch wieder Gäste im Schützenhaus

Dafür gilt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 kein Wenn und Aber. Liegt der Wert darüber, aber noch unter 100, ist dafür eine Reservierung, die Kontakterfassung und – bei mehreren Personen aus mehreren Haushalten an einem Tisch – ein tagesaktueller bestätigter Schnelltest erforderlich, wie er nebenan erfolgen soll.

„Ich habe mit einigen Stammgästen telefoniert. Die haben mir alle signalisiert, dass sie gern einen Test machen und diesen bei Bedarf aus eigener Tasche bezahlen, damit sie mal wieder zusammen im Biergarten sitzen können“, berichtet Djuric.

Das Konzept für den Neustart im Schießsport, ebenfalls ab 22. März, sieht ähnlich aus. „Nur nach Schelltest mit negativem Ergebnis gibt es Einlass zum Training“, betont Langhorst. Und: „Egal ob es um die Gastronomie, um Sport, eine Vorstandssitzung, größere Treffen geht – wir wollen die Option schaffen, dass wir für alles gerüstet sind, und keiner der Teilnehmer infiziert wird. Wir freuen uns, wenn wir für ein wenig Licht am Ende des Tunnels sorgen können.“

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