Für Europas größtes Krimi-Festival

Eine etwas andere Mordgeschichte: Humorvoll soll es werden

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Schriftsteller Jürgen Kehrer (Zweiter von rechts) war drei Tage in Bergkamen zu Besuch. Auch (von links) Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel, Sina Ziegler vom Kulturbereich Kreis Unna und Kämmerer Marc-Alexander Ulrich freuen sich auf seine Geschichte.

Jürgen Kehrer ist der zehnte Schriftsteller, der Bergkamens Beitrag für das Krimi-Festival "Mord am Hellweg" verfasst. Vom Ort des Geschehens hat er sich inzwischen ein Bild gemacht.

Bergkamen – Gruselig und makaber sind die Geschichten, welche die Autoren für „Mord am Hellweg“ schreiben in den häufigsten Fällen. Dass das nicht so sein muss, zeigt Jürgen Kehrer. Der Schriftsteller kommt 2020 für Europas größtes Krimi-Festival nach Bergkamen. Genauer gesagt war er schon in den letzten Tagen da, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Denn so funktioniert das Konzept. Für die Biennale kommen Autoren aus dem In-und Ausland in die Kulturregion rund um den Hellweg. Dort lassen sie sich von der Gegend inspirieren, um anschließend eine kurze Kriminalgeschichte zu schreiben. Aus den Krimis der insgesamt 30 vertretenen Kommunen entsteht die Anthologie für „Mord am Hellweg“ – die Basis für das Festival, wo die Geschichten schließlich an ausgefallenen Orten vorgelesen werden.

Orte, die auch Bergkamen bietet, wie Autor Jürgen Kehrer weiß: „Die Schießanlage hat mich fasziniert. Das wäre natürlich auch ein interessanter Ort für eine Lesung“, so der 63-Jährige. Er machte keinen Hehl daraus, dass die Schießanlage gar nicht so schlecht ins Thema passt. Schließlich sollen die besuchten Orte im Idealfall zu Schauplätzen in den Geschichten werden. „Und es muss in der Geschichte ja auch mindestens einen Toten geben“, gewährte Sina Ziegler vom Kulturbereich Kreis Unna einen Einblick in die Anforderungen.

Ob die Schießanlage daher tatsächlich eine von Kehrers epischen Szenerien wird, wollte der Autor, der 40 Jahre in Münster lebte noch nicht vorwegnehmen. Nicht nur, dass es bis zuletzt ein Geheimnis bleiben soll, er wisse es zum jetzigen Zeitpunkt auch noch gar nicht, gestand Kehrer. Die Entstehung der Geschichte brauche mehr als nur eine erste Inspiration. „Es ist ein langsamer Prozess. Erst kommt das Thema, dann die Figuren und dann wird der Inhalt immer konkreter“, erzählte der Schriftsteller, der noch bis März 2020 Zeit hat, um seine Geschichte einzureichen.

Kehrer kennt jetzt Bergkamens schaurigste Orte

Genügend Eindrücke hat Kehrer jedenfalls schon gesammelt. „Ich weiß jetzt alles über Bergkamen“, scherzte er und plauderte über die ausführliche Stadtführung, die er in den vergangenen Tagen bekommen hatte. „Ich war in der Ökologiestation, beim Schlachter, in der Trauerhalle und in der Kfz-Werkstatt“, berichtete Kehrer von seinen Ausflügen, die mit dem Römerpark endeten.

Ob die Schießanlage zum Schauplatz wird, darüber lässt sich momentan nur spekulieren. Dafür verriet Kehrer aber schon etwas zur Form und den Figuren der Kurzgeschichte, die aus zwölf Seiten bestehen soll: „Es wird eine Wilsberg-Geschichte und somit ein Ich-Erzähler sein.“ Privatdetektiv Wilsberg ist eine Figur, die Kehrer bereits vor 30 Jahren erschaffen und mit der er Bekanntheit erlangt hat. „Wer Wilsberg kennt, der weiß, dass seine Einstellung nicht völlig humorfrei ist“, erklärte der Autor.

Für die Stadt ist das eine willkommene Abwechslung. „In den Jahren zuvor ging es in Bergkamen durchaus düsterer und skurriler zu“, bilanzierte Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel die Geschichten von Kehrers Vorgängern. Nicht nur sie, sondern alle Krimi-Fans dürfen sich auf den Start des Festivals am 19. September 2020 freuen. Passend dazu startet kurz vorher der Verkauf der Anthologie, die vom Grafit-Verlag herausgegeben wird. Die zehnte Ausgabe wird 24 Geschichten umfassen, mindestens eine mit humorvoller Note.

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