1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bergkamen

„Jeder kann helfen, Energie zu sparen“: Bürgermeister zur Gasknappheit

Erstellt:

Von: Jürgen Menke

Kommentare

Gas ist knapp. Wenn heute Energie gespart wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie morgen noch verfügbar ist. Gaszähler
Gas ist knapp. Wenn heute Energie gespart wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie morgen noch verfügbar ist. © dpa / Marijan Murat

Wie umgehen mit der wachsenden Gasknappheit infolge des Ukraine-Kriegs? Bergkamens Bürgermeister Bernd Schäfer sagt, dass sich die Verwaltung intensiv Gedanken über Einsparungen in den eigenen Reihen mache – und ruft die Bürgerinnen und Bürger auf, sich ebenfalls zu überlegen, wo und wie Ressourcen geschont werden können.

Bergkamen – Heiztemperaturen senken, kürzer und kälter duschen, effiziente Geräte für den Haushalt anschaffen, Klimaanlagen defensiv einsetzen, Haustechnik warten lassen – all das sind nach Ansicht Schäfers Instrumente, Energie (auch Strom) zu sparen, ohne sich allzu groß einschränken zu müssen. Jeder Einzelne könne etwas tun – ob Hausbesitzer oder Mieter, betont Schäfer.

Kälteres Wasser?

Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen haben bereits die Wassertemperatur in ihren Schwimmbädern um mehrere Grade gesenkt. Schäfer kann sich vorstellen, mit den städtischen Sporthallen ähnlich zu verfahren und eventuell Raum- und Duschwassertemperaturen zu verringern. „Entscheidend ist natürlich die jeweilige Versorgungslage“, unterstreicht er. Nach den jüngsten Wartungsarbeiten fließt wieder russisches Erdgas durch die Pipeline Nord Stream 1. Die Frage ist, wie viel und wie lange noch.

Das Bergkamener Rathaus wird mit Fernwärme geheizt, die aus einem Biomasseheizkraftwerk kommt.
Das Bergkamener Rathaus wird mit Fernwärme geheizt, die aus einem Biomasseheizkraftwerk kommt. © Robert Szkudlarek

Über mögliche Maßnahmen will Schäfer nicht alleine entscheiden. „Wir werden das in der nächsten Sitzung des Verwaltungsvorstandes thematisieren“, sagt er. Das Treffen soll nach den Ferien im August stattfinden.

„Ein bisschen Angst“

Schäfer macht sich – wie viele – grundsätzlich Gedanken über die Energieversorgung in Deutschland. „Wenn es beim Gas eskaliert, wird uns das in unserem Wohlstand treffen“, prognostiziert das Stadtoberhaupt. Er habe „ein bisschen Angst“ davor, dass in der Folge das soziale Gefüge in der Gesellschaft kippen könnte. Gerade die untere Mittelschicht könnte – in Verbindung mit der weiterhin hohen Inflation – von den gestiegenen Energiepreisen stark betroffen sein.

„Grüne“ Fernwärme

Bergkamens Rathaus oder auch das Städtische Gymnasium werden im Übrigen mit Fernwärme beheizt. Das Netz wird über das Biomasseheizkraftwerk der E.on Energy Solutions GmbH an der Ernst-Schering-Straße in Bergkamen-Mitte versorgt.

Auch interessant

Kommentare